Käseliebhaber können gar nicht aufhören von den würzigen Köstlichkeiten zu naschen. Manche vermuten, dass es an einem bestimmten Stoff liegt, der uns quasi süchtig macht. Doch stimmt das auch?

Käse macht glücklich, erfolgreich, entschlossener und ist auch noch gut für das Herz. Das zumindest behaupten zahlreiche wissenschaftliche Studien, die immer wieder vermeintlich erstaunliche Wirkungen des beliebten Milchprodukts offenbaren.

Es ist also eigentlich kein Wunder, dass Menschen ein ausgiebiges Dinner gern mit einer Käseplatte abschließen, Gerichte mit einer kräftigen Portion Gouda überbacken, Pasta mit ordentlich Parmesan verfeinern und Käsefüllungen Hochkonjunktur haben.

Eine andere Erklärung für unsere Liebe zum deftigen Milchprodukt könnte aber auch etwas ganz anderes sein: Häufig ist zu lesen, Käse enthalte Casomorphine, also Peptide, die mit Opioden verwandt sind. Werden wir beim Verzehr also abhängig wie von Drogen?

Casomorphine sollen wie Drogen wirken

Eine Studie von Forschern der University of Michigan von 2016 kommt zu dem Befund: Im Käse sind die Casomorphine deutlich konzentrierter als etwa in der Milch. Das soll zu Zuständen führen, die einem Rausch gleichkommen.

Die Studie untersuchte, welche Nahrungsmittel besonders "süchtig" machen. Demnach sind es vor allem fetthaltige Lebensmittel, die ein gesteigertes Verlangen auslösten. Dass Käse hier eine besonders starke Wirkung erzielte, erklärten sich die Wissenschaftler mit den Casomorphinen.

Unumstritten ist diese Aussage allerdings nicht. Schon 2009 fasste die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine Vielzahl an Studien zu dem Thema zusammen und gelangte zu anderen Ergebnissen.

EU-Behörde sieht keine Gefahr

Auch wenn viele Teilbereiche des Themenkomplexes laut EFSA bislang nur wenig erforscht sind, findet sie keine Hinweise darauf, dass Casomorphine der Wirkung von Drogen tatsächlich so nahe kommen.

Demnach müssten die Stoffe die Blut-Hirn-Schranke überwinden, um sich im Gehirn mit den Opioid-Rezeptoren zu verbinden. Spezielle Membrane verhindern das jedoch.

Um überhaupt in das Blut zu gelangen, müssten Casomorphine darüberhinaus den Verdauungsprozess überstehen. In keiner einzigen am Menschen durchgeführten Studie konnte der Stoff laut Bericht bei Käsekonsum im Blut gefunden werden.

Alles in allem gibt es also nur wenig Aussicht auf Erfolg für die Casomorphine, eine Sucht-Wirkung zu erzielen. Wie schon in der Studie aus Michigan angedeutet, bleibt der Grund für das Verlangen nach Käse wohl recht banal auf zwei Dinge zurückzuführen: Fett und Salz.

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