Nicht nur die Titanic sank bei einer der schlimmsten Schiffskatastrophen, auch ihre Schwesterschiffe Britannic und Olympic waren vom Unglück verfolgt. Steckte womöglich der Fluch einer ägyptischen Mumie dahinter?

Der Untergang der Titanic gehört zu den tragischsten Ereignissen in der Schifffahrt. Auf ihrer Jungfernfahrt kollidierte das angeblich unsinkbare Kreuzfahrtschiff am 14. April 1912 mit einem Eisberg und sank. 1.500 Menschen starben. Die Katastrophe wurde in zahlreichen Romanen, Sachbüchern und Filmen verarbeitet. Auch heute noch ranken sich Mythen und Legenden um das tragische Ereignis. War das Schiff womöglich verflucht - ebenso wie die beiden Schwesternschiffe?

Der große Mond-Schwindel: Wie eine Zeitung ihre Leser narrte.

Nicht nur die Titanic war vom Unglück verfolgt, auch ihre Schwesterschiffe Olympic und Britannic war das Glück nicht hold. Die drei Luxusliner waren damals die größten Schiffe der Welt. Die Olympic startete am 14. Juni 1911 zu ihrer Jungfernfahrt. Der Kapitän verzichtete auf die traditionelle Champagner-Taufe. Vielleicht war das bereits ein schlechtes Omen. Das Schiff war schon bei Probefahrten an der Kaimauer entlang geschrammt, und beinahe hätte die Premierenfahrt wegen eines Streiks ausfallen müssen.

Auf ihrer fünften Fahrt kollidierte die Olympic mit dem Panzerkreuzer "HMS Hawke". Dessen Bug riss ein riesiges Loch in den Rumpf des Dampfers. Passagiere wurden nicht verletzt, aber die Olympic musste monatelang für viel Geld repariert werden. Wer schuld an dem Zusammenstoß war, blieb offen. Olympic-Kapitän Edward J. Smith jedenfalls durfte später das Kommando eines anderen Schiffes übernehmen - der Titanic.

Ungewöhnliche Gegenstände in einem ägyptischen Tempel: Kannten die Menschen schon im Altertum elektrisches Licht? Die Darstellung im Tempel Dendra zeigen offenbar Glühbirnen. Aber es gibt eine einfache Erklärung dafür.

Auch die Britannic sank

Der dritte Luxusliner der Reederei White Star Line, die Britannic, stand mit dem Beginn des ersten Weltkriegs 1914 kurz vor der Fertigstellung. Dann ruhten die Arbeiten, bevor die Royal Navy sie als Lazarettschiff beanspruchte. Fünf Fahrten schaffte die Britannic, doch am 21. November 1916 fuhr sie vor Griechenland auf eine Mine und sank. Immerhin war das Schiff mit deutlich mehr Rettungsbooten ausgestattet als die Titanic, von 1.066 Passagieren starben 30.

Bei der Titanic ging schon vor der Kollision mit dem Eisberg einiges schief: Beim Auslaufen im britischen Southampton riss das riesige Schiff zwei Dampfer los, der Start des Luxusliners verzögerte sich um eine Stunde. Zuvor waren beim Bau 17 Männer gestorben: Sie hatten waghalsige und gefährliche Arbeiten erledigen müssen. 2.000 Stahlplatten mussten am Rumpf des Schiffes mit drei Millionen Stahlnägeln befestigt werden. Und als das Schiff 1911 vor Tausenden von Schaulustigen vom Stapel lief, verunglückte ein Arbeiter tödlich, als er von einem Gerüst rutschte.

Der Fluch der ägyptischen Mumie

Warum waren die drei Schiffe vom Pech verfolgt? Vor allem die Titanic galt als modernstes Schiff aller Zeiten - und als unsinkbar. Wie konnte das Unglück trotzdem geschehen? Von einem Fluch ist mitunter die Rede. Denn an Bord soll sich eine ägyptische Mumie befunden haben. Und die war gefährlich, hieß es: Wer sich in der Nähe der sterblichen Überreste von Prinzessin Amen-Ra befand, den ereilte ein grausiges Schicksaal und nicht selten der Tod.

Amen-Ra starb etwa 1500 vor Christus. Angeblich hatten ihren Sarkophag vier britische Gentlemen 1890 entdeckt und gekauft. Einem wurde der Arm amputiert, einer verlor sein ganzes Geld, der dritte verschwand spurlos und der Vierte erkrankte schwer. Anderen Überlieferungen zufolge kaufte ein Brite die Mumie ein paar Jahre früher, wurde aber ebenfalls vom Pech verfolgt: Seine Pistole explodierte und riss ihm den halben Arm ab.

Die Mumie und das British Museum in London

Doch irgendwie landete die Mumie im British Museum in London - und prompt spukte es in dem Raum, in dem sie stand. Angeblich starben auch mehrere Wächter. Aber dann kaufte jemand die Mumie und wollte sie auf der Titanic nach New York bringen. Hier gehen die Legenden auseinander: War es eine reiche Amerikanerin, der englische Journalist William Thomas Stead oder ein Lord Canterville? Egal, wer sie an Bord brachte - womöglich war die Mumie schuld am Untergang?

Es gibt mehrere ausgeschmückte Varianten der Sage: Die Mumie lagerte etwa in einer Holzkiste hinter der Brücke. Mit magischen Kräften beeinflusste sie den Kapitän, so dass dieser mehrere falsche Entscheidungen traf und auf den Eisberg zusteuerte. Bewiesen werden konnte diese Geschichte nie, denn in der Ladeliste des Schiffes gibt es keinen Hinweis auf die Mumie. Der Sargdeckel blieb in jedem Fall im Museum zurück. Doch der angebliche Fluch der Mumie soll so viele Ängste ausgelöst haben, dass unmittelbar nach dem Untergang der Titanic im Museum sogar ein Exorzismus durchgeführt wurde - angeblich.

Allerdings befanden sich an Bord der Titanic wahrscheinlich tatsächlich ägyptische Artefakte und Schätze: Die Amerikanerin Molly Brown kam gerade von einer Reise aus dem Land und hatte angeblich zumindest ein Amulett bei sich. Die Passagierin wurde nach der Katastrophe als die "unsinkbare Molly Brown" bekannt: Sie hatte an Bord zahlreichen Menschen das Leben gerettet.

Ein Versicherungsbetrug und eine Untergangsvision

Rund um die Titanic ranken sich noch weitere Verschwörungstheorien. Vielleicht ist das Schiff ja in Wahrheit gar nicht untergegangen, sondern das Schwesterschiff, die Olympic? Angeblich waren die Namensschilder der fast baugleichen Ozeanriesen vertauscht worden und die schon defekte Olympic ins See gestochen statt der Titanic. Der Untergang war nach dieser These gar kein Unglück, sondern ein gigantischer Versicherungsbetrug der Reederei. Menschen sollten allerdings nicht sterben, nur sank das Schiff zu schnell. Experten wiederlegten diese Theorie allerdings, denn die Teile, die auf dem Meeresboden gefunden wurden, gehörten eindeutig zur Titanic.

Mysteriös ist auch die angebliche Untergangsvision von der Titanic: Das Unglück wurde demnach 14 Jahre vor der Katastrophe vorhergesagt - in einem Roman. Der US-Schriftsteller Morgan Robertson hatte in seinem Werk "Futility" von dem Schiff Titan erzählt, das in einer Aprilnacht im Nordatlantik einen Eisberg rammte und sank. Die Titan war in dem Buch wie später die Titanic das größte Schiff ihrer Zeit und hatte zu wenig Rettungsboote an Bord. Aber es gab auch Unterschiede zwischen Fiktion und Wahrheit: Die Titan fuhr von den USA nach Großbritannien, bei der Titanic war es umgekehrt. Das Schiff aus dem Buch hatte Segel, und das Unglück überlebten im Roman nur sieben Menschen.