Ein riesiges Steinfloß treibt monatelang über den Ozean. Es besteht aus unzähligen Steinen und ist bei dem Ausbruch eines Unterwasservulkans entstanden. Nun ist es endlich an seinem Ziel angekommen - und das Great Barrier Reef bekommt seinen regelmäßigen Vitaminboost.

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Ein gigantisches Steinfloß ist seit letztem August Tausende Kilometer bis nach Australien getrieben. Es ist bei dem Ausbruch eines Unterwasservulkans im Pazifischen Ozean entstanden. Ein sogenanntes Bimssteinfloß bildet sich, wenn sich schäumendes Magma nach einem Ausbruch schnell abkühlt.

Das Floß ist aus unzähligen Bimssteinen zusammengesetzt, die leicht, blasenreich und sehr porös sind. Dadurch schwimmt es. Auf seiner Reise war es zeitweise etwa zweimal so groß wie Manhattan, wie Forscher der Queensland University of Technology (QUT) in einer Pressemitteilung berichten.

Das Bimssteinfloß im Vergleich zu Manhattan.

Great Barrier Reef bekommt "Vitaminboost"

Im April erreichte das Floß schließlich die australische Küste und die Bimssteine verteilten sich. Sie sind voll mit etwa Korallen oder anderen riffbildenden Organismen, die dem Great Barrier Reef helfen können.

Forschern zufolge passiert das circa alle fünf Jahre. 2001 zum Beispiel entstand durch denselben Unterwasservulkan ein solches Floß, das ebenfalls nach Australien trieb.

"Es ist fast wie ein Vitaminboost für das Great Barrier Reef", erklärt Scott Bryan auf der Webseite der Universität. Er untersucht bereits seit 20 Jahren die Auswirkungen von Bimssteinflößen.

Sie seien Teil eines weltumspannenden "uralten Prozesses", bei dem Ozeane und Vulkane Meereslebewesen seit Hunderten Millionen Jahren um die Erde transportieren.

Hunderte verschiedene Spezies reisen über den Ozean

"Im Großen und Ganzen haben wir mehr als hundert verschiedene Spezies an den Bimssteinen gefunden - eine ungeheure Vielzahl an Pflanzen und Tieren", so Bryan. "Jedes Stück Bimsstein hat seine eigene Gemeinschaft, die über die Weltmeere transportiert wurde."

Das zeige, dass das Great Barrier Reef Verbindungen zu Korallenriffen habe, die Hunderte Kilometer weiter im Osten liegen, so der Professor. Aus diesem Grund müsse man nicht nur das Great Barrier Reef schützen, sondern sich auch verstärkt um weit entfernte Riffe kümmern.

Obwohl die riffbildenden Organismen das australische Riff unterstützen, ist es damit nicht getan. "Bimssteinflöße allein werden nicht dabei helfen, die Folgen des Klimawandels auf das Great Barrier Reef unmittelbar zu mildern", so Bryan.

Bimssteinflöße können gefährlich werden

Des Weiteren können die Steine Wissenschaftlern auch dabei helfen, die Mechanismen und Dynamiken eines Vulkanausbruchs besser zu verstehen. Sie hoffen auch, dass sie dadurch ein besseres Verständnis über die Bildung der potentziell gefährlichen Bimssteinflöße bekommen. Diese können beispielsweise eine Gefahr für Schiffe darstellen.

Der Unterwasservulkan, aus dem das aktuelle Bimssteinfloß entstanden ist, liegt übrigens in der Nähe der Inselgruppe Vava’u in Tonga. Er hat keinen richtigen Namen, er wird einfach Vulkan F oder 0403-091 genannt. Er steht kurz davor, die Wasseroberfläche zu durchbrechen. Eines Tages wird aus ihm einmal eine Insel werden.

Verwendete Quellen:

  • Queensland University of Technology: "Pumice arrives delivering 'vitamin boost' to the reef"
  • ScienceAlert: "A Stupendously Huge Raft of Volcanic Rock Has Floated Across The Ocean to Australia"
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