Längst ist Rohfütterung, auch bekannt als BARF, nicht nur bei Hunden, sondern auch bei Katzen beliebt. Doch welche Risiken birgt diese Fütterungsmethode? Aktuelle Fälle aus den USA zeigen: Durch rohes Fleisch, das mit dem Vogelgrippevirus kontaminiert ist, können sich die Miezen infizieren.
Das Vogelgrippevirus H5N1 betrifft vor allem Vögel, kann jedoch in seltenen Fällen auch Säugetiere wie Katzen betreffen. Eine Infektion erfolgt meist durch den Kontakt mit einer hohen Viruslast, beispielsweise durch den Verzehr von infizierten oder verendeten Vögeln. Auch der Aufenthalt in Ställen mit erkranktem Geflügel stellt ein Risiko dar.
Neuere Berichte zeigen zudem, dass auch rohes Geflügelfleisch beim Barfen eine potenzielle Infektionsquelle sein kann. In den USA sind zuletzt mehr als ein Dutzend Katzen an der Vogelgrippe erkrankt oder sogar gestorben. Das zeigen aktuelle Zahlen der US-Lebensmittel- und Arzneibehörde FDA. Betroffen waren Katzen in den Bundesstaaten Kalifornien, Colorado, Oregon und Washington.
Vogelgrippe tötet Katzen in den USA
Derzeit wird untersucht, wie das Virus in die Lieferketten des Katzenfutters gelangen konnte. Bis es dazu erste Ergebnisse gibt, könnten allerdings Wochen vergehen, berichtet der Nachrichtensender "CBS". Diesen Monat hatten Behörden den Landwirten angeordnet, kein Geflügel mehr für Tiernahrung zu verwenden. Die Hersteller von rohem Hunde- und Katzenfutter sollen zudem Maßnahmen ergreifen, um eine weitere Ausbreitung zu verhinden. Um den aktuellen Vogelgrippe-Ausbruch in den USA einzudämmen, wurde eine Rekordzahl an Geflügel getötet.
Im Dezember 2024 wurde in Kalifornien ein Fall dokumentiert, bei dem sich eine Hauskatze nach dem Verzehr von kontaminiertem Rohfutter mit dem Vogelgrippe-Virus ansteckte. Weitere vier Katzen aus demselben Haushalt zeigten ebenfalls Symptome und starben vermutlich an der Infektion. Ein weiterer Vorfall ereignete sich bereits im April 2024 in South Dakota, wo zehn Katzen in einem ländlichen Haushalt starben. Untersuchungen bestätigten eine Infektion mit dem H5N1-Virus.
Besonders beunruhigend war die Feststellung, dass die Viren genetische Mutationen aufwiesen, die möglicherweise die Ansteckungsgefahr beeinflussen könnten. Die beiden Fälle verdeutlichen, dass rohes Fleisch ein Risiko für die Übertragung des Virus darstellen kann, insbesondere wenn es nicht ausreichend kontrolliert wurde.
Symptome einer Vogelgrippe bei Katzen
Die Symptome einer Infektion mit Vogelgrippe bei Katzen können vielfältig sein und reichen von milden Anzeichen bis hin zu schweren Erkrankungen. Betroffene Tiere zeigen häufig Appetitlosigkeit und Müdigkeit. Zudem können Atembeschwerden oder Husten auftreten.
Besonders besorgniserregend sind neurologische Auffälligkeiten, die sich in Form von Koordinationsstörungen oder Verhaltensänderungen äußern können. In einigen Fällen wurden auch Leberschäden beobachtet. Die Erkrankung kann rasch fortschreiten und in schweren Fällen zum Tod führen.
Barfen: Risiken für Katzen
Die Verfütterung von rohem Fleisch birgt neben dem Risiko einer Vogelgrippeübertragung weitere Gefahren. Rohes Fleisch kann verschiedene Krankheitserreger wie Salmonellen und Coli-Bakterien enthalten. Zudem können selbst zubereitete Rationen zu Nährstoffungleichgewichten führen, was langfristig Gesundheitsprobleme wie Knochenstoffwechselstörungen oder Vitaminmangel verursachen kann.
Nicht zu unterschätzen ist auch das Verletzungsrisiko durch rohe Knochen, die zu Schäden im Verdauungstrakt führen können.
Katzen vor Vogelgrippe schützen
Um das Risiko einer Infektion zu minimieren, können Katzenhalter verschiedene Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Es ist ratsam, den Kontakt der Katze mit Wildvögeln oder Geflügel nach Möglichkeit zu vermeiden. Von der Fütterung rohen Geflügelfleisches aus unsicheren Quellen sollte abgesehen werden.
Katzenbesitzer sollten aufmerksam auf Symptome einer Vogelgrippe bei Katzen achten. Dazu gehören:
- Appetitlosigkeit
- Atemprobleme
- neurologische Auffälligkeiten
Im Verdachtsfall sollte die Katze umgehend zum Tierarzt oder zur Tierärztin aufsuchen. Die Verwendung kommerzieller, ausgewogener Futtermittel oder die Konsultation eines Tierernährungsexperten für die Zusammenstellung von Rohfutterrationen kann helfen, Risiken zu minimieren. Die Gesundheit der Katzen und die Minimierung potenzieller Übertragungswege sollten für verantwortungsbewusste Tierhalter oberste Priorität haben.
Obwohl das Risiko einer Vogelgrippeübertragung durch handelsübliches Fleisch als gering eingestuft wird, ist Vorsicht geboten. Katzenhalter sollten sich der möglichen Risiken bewusst sein und ihre Fütterungspraktiken abwägen, um das Wohlbefinden ihrer Haustiere zu gewährleisten.
Können meine Katzen mich mit Vogelgrippe anstecken?
Noch stecken sich Katzen eher selten mit der Vogelgrippe an. Und aktuellen Erkenntnissen zufolge sind die Miezen vermutlich ein Fehlwirt für das Virus. Heißt: Sie könnten andere Tiere oder Menschen nicht anstecken, berichtet "NPR". Die Vereinigung amerikanischer Veterinärmediziner (AVMA) geht davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Menschen sich bei Katzen mit Vogelgrippe infizieren, extrem gering ist. Aber: Es sei möglich.
Experten warnen etwa, dass das Virus mutieren und dann auch leichter auf Menschen oder andere Tiere überspringen könne. Je mehr Katzen sich über ihr Futter mit H5N1 infizieren und dann mit ihren Haltern kuscheln, desto Wahrscheinlicher wird es, dass sich das Virus an den Menschen als möglichen Wirt anpasst.

Können auch Hunde Vogelgrippe bekommen?
Theoretisch können auch Hunde die Krankheit bekommen, vom aktuellen Ausbruch scheinen sie allerdings nicht betroffen zu sein. Und: Hunde scheinen mildere Verläufe zu haben als Katzen. Deshalb kann es durchaus sein, dass sich in den USA derzeit auch Hunde über Rohfutter mit dem Virus infizieren, aber keine Symptome zeigen. © Deine Tierwelt