Eine fleischbetonte Ernährung verursacht wesentlich mehr Treibhausgase als eine vegane Lebensweise. Dabei spielen indirekte Emissionen durch die Abholzung von Regenwäldern und den weltweiten Transport von Futtermitteln eine wichtige Rolle. Bereits ein fleischfreier Tag pro Woche hilft.

Unsere Lebensmittel sorgen für beachtliche Emissionen von Treibhausgasen. Sie werden angebaut, geerntet, transportiert, gelagert und weiterverarbeitet, bis sie schließlich im Verkauf landen. Zuhause werden sie wieder gelagert, gekühlt, zubereitet und verzehrt – oder enden sogar im Abfall, der entsorgt werden muss.

Treibhausgasemissionen vermeiden

Nahezu 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen, auf pflanzliche Produkte dagegen nur knapp ein Drittel. Das zeigt eine Studie des WWF.

"In dieser Betrachtung mit einbezogen ist die gesamte Wertschöpfungskette des Produkts von der Erzeugung über Lagerung, Transport bis hin zur Weiterverarbeitung", erklärt Tanja Dräger de Teran, WWF-Referentin für Klimaschutz und Ernährung.

Würden die Deutschen ihren Fleischkonsum auf ein gesundes Maß reduzieren und weniger Lebensmittel wegwerfen, könnten pro Jahr 67 Millionen Tonnen an Treibhausgasemissionen eingespart werden.

"Selbst wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnte das noch zu einer jährlichen Einsparung von rund neun Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen führen. Das entspricht umgerechnet 75 Milliarden PKW-Kilometern", veranschaulicht Tanja Dräger de Teran.

Schlechte Klimabilanz dank Fleischkonsum

Laut einer Studie des World Watch Institutes verursacht allein die tierische Landwirtschaft 51 Prozent der gesamten globalen Treibhausgasemission. Rindfleisch ist mit 18,6 Kilogramm CO² pro erzeugtem Kilogramm nach Butter mit 19,7 Kilogramm CO² der größte Klimasünder. Besser schneidet Schweinefleisch mit 7,9 Kilogramm CO² ab. Obst und Gemüse aus Marktanbau verursacht laut WWF-Studie nur circa 100 Gramm CO² pro erzeugtem Kilogramm.
Auch wenn der Gesamtkonsum von Fleisch gesunken ist, wurden 2016 in Deutschland laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 36 Kilogramm Schweinefleisch, 9,6 Kilogramm Rindfleisch und 12,5 Kilogramm Geflügelfleisch pro Kopf konsumiert .
„Damit ist Schweinefleisch für den größten Anteil der Treibhausgase verantwortlich“, bringt es René Schärling, Fachreferent Ernährung bei PETA Deutschland e.V. auf den Punkt.

Aber auch Vegetarier können ihre Klimabilanz weiter aufbessern und 1,5 Tonnen CO² pro Jahr einsparen, indem sie auf Milchprodukte und Eier verzichten. "Wird Pflanzenmargarine anstelle von Butter verwendet, sparen sie bereits ca. 135 Kilogramm CO² im Jahr", zeigt René Schärling auf.

Klimasünder Veganer?

Eine neue Studie der Carnegie Mellon University widerspricht jedoch der These, dass Fleischesser größere Klimasünder sind als Vegetarier. Die Forscher aus den USA haben untersucht, welche Auswirkungen es auf die Umwelt hätte, würden sich alle US-Bürger vegetarisch oder vegan ernähren.

Der CO²-Ausstoß würde sinken, der Strom- und Wasserverbrauch bei der Produktion von Gemüse für Menschen wäre laut Studie jedoch höher als der für die Herstellung von Tierfutter. Da Obst oder Gemüse weniger Kalorien liefern als Fleisch, bräuchte es ein Vielfaches an pflanzlichen Lebensmitteln, um alle Bürger ausreichend zu versorgen.

Indirekte Emissionen von großer Bedeutung

Die Forscher berücksichtigten jedoch nicht, dass Futtermittel oftmals über weite Strecken transportiert werden. So kommt Soja größtenteils aus Südamerika. Hier wird bei der Abholzung tropischer Wälder für Weide- und Ackerflächen eine hohe Menge CO² aus dem Boden freigesetzt. Diese sogenannten indirekten Emissionen schlagen sich in der Untersuchung nicht nieder.

Zudem führen der Einsatz von Kunstdünger und die große Menge angebauter Futtermittel zu einem großen Ausstoß von Lachgas, einem langlebigen und 310-mal schädlicheren Treibhausgas als CO².

Regionale Produkte schneiden am besten ab

Die Herstellung von tierischen Produkten benötigt ein Vielfaches an Energie und Fläche im Vergleich zu pflanzlichen Produkten. "Generell ist eine vegane Kost aus Sicht des Klimaschutzes sehr positiv zu bewerten", fasst Tanja Dräger de Teran zusammen. Exotische Produkte, die per Luftfracht transportiert werden, gehen jedoch mit einem höheren Energieaufwand einher.

Daher gilt: Mehr Gemüse und weniger Fleisch auf dem Teller schont das Erdklima. Insbesondere regionale und saisonale Produkte mit möglichst kurzen Transportwegen und kurzer Lagerungsdauer weisen den besten CO² Fußabdruck aus.

Der Kohlendioxid-Gehalt steigt nicht nur in den Meeren. Auch Süßwasserseen können betroffen sein. Das hat Folgen, zeigen Bochumer Forscher auf.