Konflikte und Krisen bestimmen die Schlagzeilen – aber es gibt auch viele positive Entwicklungen. Nur gehen diese zwischen den vielen negativen Schlagzeilen schnell unter. Wir lenken daher den Fokus auf erfreuliche Entwicklungen.

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Inflationsausgleich von vielen Unternehmen ausgezahlt

Eine Umfrage des ifo-Instituts hat ergeben, dass in vielen deutschen Unternehmen der steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleich bereits an die Angestellten gezahlt wurde. 72 Prozent der befragten Unternehmen haben die Prämie bereits gezahlt, 16 Prozent wollen zeitnah nachziehen. Viele vor allem kleinere Unternehmen gaben an, mit der Zahlung ihre Angestellten motivieren zu wollen.

Die Inflationsausgleichsprämie ist bis zu maximal 3.000 Euro steuer- und abgabenfrei und als Teil des dritten Entlastungspakets der Bundesregierung festgelegt, das im Zuge der Energiekrise erlassen wurde. Die Auszahlung ist bis Ende 2024 möglich und für viele Arbeitgeber freiwillig. In einigen Tarifverträgen ist sie verbindlich festgelegt und muss gezahlt werden.

Hoffnung auf neues Antibiotikum gegen gefährlichen multiresistenten Erreger

Wo Antibiotika eingesetzt werden, lassen Resistenzen meist nicht lange auf sich warten. Denn: Während ein Antibiotikum bestimmte Bakterien abtötet, überleben resistente Erreger und vermehren sich. An Orten, wo Antibiotika besonders häufig zum Einsatz kommen, in Krankenhäusern oder in landwirtschaftlichen Betrieben beispielsweise, tummeln sich oft besonders viele antibiotikaresistente Erreger.

Verliert ein Antibiotikum seine Wirkung, ist das Risiko einer langwierigen Behandlung und eines komplizierten Krankheitsverlaufes hoch – besonders für Risikogruppen wie chronisch Kranke oder frisch Operierte. Weltweit nimmt die Zahl von Antibiotika­resistenzen zu. Ein Erreger besonders gefürchtet: Das Bakterium Acinetobacter baumannii. Die WHO listet ihn als besonders gefährlichen Erreger, gegen den dringend ein Wirkstoff gefunden werden muss.

Acinetobacter baumannii kann eine Vielzahl von Infektionen auslösen und ist in der Lage, wochenlang auf Oberflächen wie Lüftungsschächten, Computertastaturen oder auf der Haut überleben. Forscher haben jetzt einen Wirkstoff mit einem neuen Wirkmechanismus entwickelt, das den gefährlichen Erreger überlisten kann: Zosurabalpin. Bei in-vitro-Tests und an Versuchen mit Mäusen erwies das Mittel sich als besonders vielversprechend. Ob die Substanz das Potenzial hat, zu einem Medikament weiterentwickelt zu werden, sollen weitere klinische Tests ergeben.

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Tinnitus: App soll Ohrgeräusch lindern

Schätzungen zufolge leiden weltweit rund 740 Millionen Menschen an Tinnitus. Fast 10 Prozent der Betroffenen haben laut einer Studie chronische Ohrgeräusche. Ursachen für einen Tinnitus gibt es viele: Stress, Knalltrauma, Hörsturz, ein Loch im Trommelfell oder Durchblutungsstörungen im Ohr etwa. Je nach Wahrnehmung können die Geräusche zu gesundheitlichen Problemen wie Schlafstörungen, Angstzuständen oder Depressionen führen.

Die Behandlungsoptionen für einen chronischen Tinnitus gelten als überschaubar. Meistens lernen Betroffene durch eine kognitive Verhaltenstherapie und Entspannungsübungen, das Geräusch im Ohr besser auszublenden. Therapieplätze und Selbsthilfegruppen sind für viele Menschen jedoch schwer zugänglich – oder sie müssen lange Wartezeiten einplanen. Ein internationales Forscherteam will die Situation der Betroffenen bereits verbessern, bevor sie einen Therapieplatz bekommen.

Sie haben die Tinnitus-App namens MindEar entwickelt. Diese soll Patienten helfen, den Fokus vom Geräusch im Ohr abzuwenden und die Wahrnehmung neu auszurichten. MindEar setzt – ähnlich wie bei vielen Therapieansätzen vor Ort – auf kognitive Verhaltenstherapie, Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen und Klangtherapie. So soll das Gehirn lernen, vom ständigen Fokus auf das Pfeifen, brummen oder Knacken wegzukommen und andere Dinge wieder verstärkt wahrzunehmen.

Eine erste Untersuchung der Universität Auckland hat ergeben, dass fast zwei Drittel der teilnehmenden Tinnituspatienten durch das tägliche praktizieren der Übungen innerhalb von vier Monaten deutlich besser mit ihrem Tinnitus zurechtkamen. Betroffene, die während dieser Zeit online psychologisch betreut wurden, fühlten noch früher einen geringeren Leidensdruck. Eine größere klinische Studie ist bereits in Planung.

Verwendete Quellen

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