Smishing: So schützen Sie sich vor betrügerischen SMS

Eine SMS informiert Sie über eine angeblich fehlgeschlagene Paketzustellung. Um die Lieferung zu erhalten, sollen Sie auf einen Link tippen. Doch Vorsicht: Hinter solchen Nachrichten kann Smishing stecken. Erfahren Sie, wie die Betrugsmasche funktioniert und worauf Sie achten sollten.
Nicole Chef-Redakteurin
 Von Nicole – Lesedauer 4 Min.



Wissenswertes rund um das Thema Phishing-SMS

Smishing: Wenn eine SMS zur Falle wird

Smishing (die Kurzform aus SMS und Phishing) ist wie Vishing eine bestimmte Variante des Phishings. Das Besondere an Smishing: Hier versenden Kriminelle keine Phishing-E-Mails oder tätigen Phishing-Anrufe: Sie verschicken gefälschte Kurznachrichten – SMS – aufs Handy. 

Die Betrüger treten dabei beispielsweise als Paketdienst, Bank oder bekanntes Unternehmen auf. Mit einer erfundenen Geschichte/einem bestimmten Szenario versuchen sie, Empfänger zum Öffnen eines Links, zur Eingabe vertraulicher Informationen oder zu einer Zahlung zu bewegen.

Mann schaut krisch irritiert auf sein Handy
Komische SMS mit drängendem Tonfall erhalten? Sie sollen eine Aktion tätigen? Vorsicht: Wahrscheinlich handelt es sich um Smishing

Das Ziel: Zugangsdaten, Bankinformationen oder Geld erbeuten. Teilweise sollen Betroffene auch schädliche Apps auf ihrem Smartphone installieren.

Paketprobleme, Kontosperrung und andere Vorwände bei Smishing

Smishing-Nachrichten wirken oft wie gewöhnliche Service-Mitteilungen. Besonders verbreitete Szenarien sind:

  • Angebliche Paketbenachrichtigung: Eine Sendung könne nicht zugestellt werden. Sie sollen Ihre Adresse aktualisieren oder eine geringe Gebühr entrichten.
  • Warnung Ihrer Bank: Ihr Konto oder Ihre Karte sei gesperrt. Über einen Link sollen Sie sich anmelden und Ihre Daten bestätigen.
  • Vorgeblicher Sicherheitsalarm: Ein verdächtiger Anmeldeversuch erfordere sofortiges Handeln.
  • Auch Nachrichten vermeintlicher Familienmitglieder, die eine neue Telefonnummer mitteilen und anschließend Geld verlangen, gehören zu verwandten SMS-Betrugsmaschen.

Diese Anzeichen bei SMS sollten Sie misstrauisch machen

Nicht jede betrügerische SMS enthält offensichtliche Rechtschreibfehler. Viele Nachrichten sind professionell formuliert und wirken auf den ersten Blick glaubwürdig.
Achten Sie deshalb besonders auf folgende Warnsignale:

  • Sie sollen unter Zeitdruck handeln.
  • Ein Link führt zu einer ungewöhnlichen Internetadresse.
  • Es werden persönliche Daten, Passwörter oder TANs verlangt.
  • Sie sollen unerwartet Geld bezahlen.
  • Eine Nachricht fordert Sie auf, eine unbekannte App herunterzuladen.

Wichtig: Auch ein bekannter Absendername ist keine Garantie für die Echtheit einer SMS. Angezeigte Absenderinformationen können ebenfalls manipuliert werden.

Betrugs-SMS erhalten? So verhalten Sie sich richtig

Bei einer verdächtigen SMS gilt: Öffnen Sie keine enthaltenen Links und antworten Sie nicht auf die Nachricht.

Überprüfen Sie stattdessen den angeblichen Anlass auf einem unabhängigen Weg. Erwarten Sie beispielsweise eine Lieferung, rufen Sie die offizielle App oder Webseite des Paketdienstes auf. Bei einer vermeintlichen Bankwarnung können Sie direkt in Ihrem Online-Banking nachsehen oder Ihre Bank direkt telefonisch kontaktieren.

Bestätigt sich der Betrugsverdacht, können Sie die Nachricht als Spam melden, löschen und den Absender blockieren.

  • Falls Sie versehentlich einen verdächtigen Link geöffnet haben, hängt das weitere Vorgehen davon ab, was anschließend passiert ist.
  • Nur die Webseite geöffnet? Schließen Sie die Seite. Ein Klick allein bedeutet nicht automatisch, dass Ihr Smartphone infiziert wurde.
  • Persönliche Daten eingegeben? Ändern Sie betroffene Passwörter möglichst sofort über die offizielle Webseite des Anbieters. Wurden Bankdaten weitergegeben, kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank.
  • Eine unbekannte App installiert? Trennen Sie bei Verdacht auf Schadsoftware die Internetverbindung und lassen Sie Ihr Smartphone überprüfen.

Grundsätzlich gilt: Je schneller Sie nach einem möglichen "erfolgreichen" Betrugsversuch handeln, desto eher lassen sich weitere Schäden verhindern.
 

FAQ: Häufige Fragen zu Smishing

1. Ist Smishing dasselbe wie Phishing?
Smishing ist eine besondere Form des Phishings. Während Phishing als Oberbegriff verschiedene digitale Betrugswege umfasst, erfolgt Smishing über SMS oder vergleichbare Kurznachrichten.

2. Was unterscheidet Smishing von SMS-Spam?
SMS-Spam bezeichnet allgemein unerwünschte Kurznachrichten, beispielsweise Werbung. Beim Smishing steckt dagegen gezielter Betrug dahinter: Kriminelle versuchen, mit gefälschten Nachrichten persönliche Daten oder Geld zu erbeuten. Smishing ist somit eine Form von SMS-Spam, aber nicht jede Spam-SMS ist automatisch Smishing.

3. Kann eine Smishing-Nachricht auch ohne Link gefährlich sein?
Ja. Betrüger können Sie beispielsweise auffordern, persönliche Daten direkt per SMS zu übermitteln oder eine bestimmte Telefonnummer anzurufen. Ein verdächtiger Link ist für Smishing nicht zwingend erforderlich.

4. Sind SMS von bekannten Absendern grundsätzlich sicher?
Nein. Auch Absendernamen können gefälscht oder missbräuchlich verwendet werden. Entscheidend ist daher nicht nur, wer die Nachricht angeblich verschickt hat, sondern auch, welche Handlung von Ihnen verlangt wird.

5. Sollte ich eine verdächtige SMS beantworten?
Nein. Auch eine kurze Antwort oder eine Rückfrage ist nicht empfehlenswert. Prüfen Sie den Absender über offizielle Kontaktwege und melden oder blockieren Sie die verdächtige Nachricht.

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