Aufgepasst: Das ist ein "Hoax"!

"Achtung: Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche! Bitte sofort an alle weiterleiten!". Solche Falschmeldungen werden per WhatsApp, E-Mail etc. gestreut. Doch was steckt dahinter? Und wie geht man damit um?

Ein "Hoax" – was ist das?

Das Wort "Hoax" kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "Scherz", "Schwindel" oder auch "Falschmeldung". Bei einem Hoax versenden die Verfasser aus den verschiedensten Gründen unwahre Inhalte – mit mal weniger und mal mehr schlimmen Inhalten.

Sie streuen gezielt Desinformation per E-Mail, SMS oder über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste wie Facebook oder WhatsApp. Und die ahnungslosen Empfänger leiten die Nachricht dann euphorisch oder panisch – je nach Botschaft – an andere Kontakte weiter. In der Annahme, ihnen eine wichtige Information zukommen zu lassen, ergibt sich eine Kettenreaktion…
 
Das Ziel dieser Hoaxes ist es also, so viele Menschen wie möglich zu schockieren, zu verwirren und dabei Unruhe zu stiften.
Im Folgenden sind typische Hoaxes zu sehen, die in den letzten Jahren oft geteilt und verbreitet wurden:  
Hoaxes kommen per Messenger, per Post oder Soziale Netzwerke
Hoaxes kommen per Messenger, per Post oder Soziale Netzwerke

Hoax – "nur" ein Streich?

Für viele Urheber sind Hoaxes reiner Zeitvertreib. Sie machen sich einen Spaß daraus, andere mit scheinbaren Wahrheiten zu verwirren. Im besten Fall sind Hoaxes also vergleichbar mit einer harmlosen Zeitungsente.

Allerdings können Hoaxes auch gefährlich, moralisch sehr fragwürdig und auch angsteinflößend sein. Neben harmlosen Kettenbriefen gibt es nämlich auch weniger witzige Nachrichten:

Beispielsweise werden fiktive Geschichten von krebskranken Patienten, die es gar nicht gibt, verbreitet. Zusammen mit einem Aufruf zur Knochenmarkspende. Daneben kursieren auch immer mal Gerüchte um angebliche Tierquäler: Hierfür werden willkürlich Fotos von Nutzern aus dem Internet verwendet und mit reißerischen Beschriftungen wie "Dieser Mann hält 200 Katzen in seiner 2-Zimmerwohnung“ im Internet verbreitet. Solche falschen Gerüchte können den Ruf von Einzelpersonen oder Unternehmen nachhaltig schaden.

Hoax & Mobbing

Besonders Jugendliche hinterfragen weitergeleitete Inhalte häufig nicht, sondern leiten Falschnachrichten direkt weiter. Somit verbreiten sich Gerüchte so schnell wie ein Lauffeuer.

Daher spielen Hoaxes auch in Bezug auf Mobbing in der Schule eine Rolle: Z. B. werden durch die Verbreitung von bearbeiteten Bildern oder Videos Schüler gehänselt. Häufig geschieht dies via Messenger – die Grenzen zum Cybermobbing sind hier also fließend.

Falsche Warnung vor Computerviren, Trojanern & Co.

Auch Warnungen vor vermeintlichen Computerviren werden immer wieder als Hoax versendet. Das Bundeskriminalamt (BKA) spricht auf einer Infoseite von "…Handlungsanweisungen, die, wenn sie vom Nutzer befolgt werden, z. B. durch die Löschung von Systemdateien schwerwiegende Probleme im Computersystem verursachen können." (Quelle: https://www.bka.de/DE/IhreSicherheit/RichtigesVerhalten/StraftatenImInternet/Spam/spam_node.html Stand: 10.02.2021).

Woran erkenne ich einen Hoax?

Es gibt einige Anzeichen, die darauf hinweisen, dass Sie einen Hoax vor sich liegen haben:
 
  • Drängende Aufforderung, die Falschmeldung an so viele Nutzer wie möglich weiterzuleiten.
  • Übertriebene Darstellung von Inhalten.
  • Grammatik- und Rechtschreibfehler.
  • Als Quelle wird der Name eines Unternehmens oder einer Organisation verwendet, um die Glaubwürdigkeit zu steigern. Geht man jedoch auf die offizielle Seite dieser Unternehmen, dann befinden sich keine Angaben solcher Warnungen.
  • Keine richtigen Zeitangaben: Es wird von "letzter Woche" oder "gestern" geschrieben, einen Bezug zu einem bestimmten Datum gibt es aber nicht. Beispielsweise kursiert ein Kettenbrief schon seit Monaten – was heißt dann "letzte Woche" oder "gestern"? Somit hört sich der Hoax nach zum Beispiel einem Jahr immer noch aktuell an.
  • Drohung von Konsequenzen, wenn die Aufforderungen nicht erfüllt werden.

Wie kann ich mich davor schützen?

Wir geben Ihnen einige Tipps, wie Sie sich am besten vor solchen Falschnachrichten schützen können:
 
  • Nutzen Sie den Spam-Filter im WEB.DE Postfach bzw. lassen Sie ihn unbedingt aktiviert, denn: Damit werden schon die meisten unverlangten Werbe-Mails und Kettenbriefe in den Spam-Ordner verschoben.
  • E-Mails mit Hoaxes verschieben Sie bitte in den Spam-Ordner – nicht löschen! Durch die Eindämmung sterben Kettenbriefe schneller aus und verhindern weitere Verunsicherung.
  • Löschen Sie solche Kettenbriefe im Messenger direkt.
  • Öffnen Sie keinen Link oder Anhang. Dahinter könnten sich Viren oder Trojaner sowie Phishing-Webseiten verstecken.
  • Schicken Sie niemals persönliche Daten als Antwort zurück.
  • DAS gilt immer im Netz: Bleiben Sie "cool". Wenn Sie unsicher sind bezüglich einer Nachricht, lesen Sie sich jede Nachricht zunächst aufmerksam durch und recherchieren Sie dann auf anderen, offiziellen Seiten. Vor allem in der aktuellen Corona-Situation werden immer wieder falsche Inhalte dazu gestreut.
  • Geben Sie einen Ausschnitt der Nachricht in Google ein. Meist gibt es schon Beiträge über diese Falschmeldungen oder andere Nutzer haben bereits Erfahrungen damit gemacht und berichten davon.
  • Auf der Seite der TU Berlin finden Sie eine Liste bekannter Hoaxes
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