Auf einer Teststrecke in Frankreich nimmt Flixbus die weltweit erste voll elektrische Fernbuslinie in Betrieb. Auch in Deutschland will das Unternehmen in Kürze mit Elektrobussen den Probebetrieb starten. Der Busanbieter will damit ein Zeichen in Sachen „grüne Mobilität“ setzen.

Die Strecke für den Testbetrieb in Frankreich führt von Paris zu der 150 Kilometer nördlich gelegenen Stadt Amiens. Auch in Deutschland will Flixbus in Kürze mit Stromerbussen starten. Geplant ist der elektrische Betrieb auf einer Linie zwischen Hessen und Baden-Württemberg, die voraussichtlich im Frühsommer neu eröffnet wird.

Die Busse kommen aus China

Auf den beiden neuen Linien werden Busse aus China fahren. Denn Hersteller aus Deutschland oder anderen europäischen Ländern können bisher kaum geeignete Fahrzeuge mit Elektroantrieb liefern. Erste Busse mit elektrischem Antrieb aus Europa gibt es von Linkker (Finnland), VDL (Niederlande), Solaris (Polen) und Volvo (Schweden) – allesamt für den Nahverkehr. Hierzulande haben Mercedes (2018) und MAN (2020) Elektrobusse angekündigt, die jedoch ebenfalls für den Nahverkehr ausgelegt sind.

Flixbus muss daher auf Fahrzeuge aus Fernost ausweichen. Bei denen soll eine Akkuladung immerhin für die Fahrt zwischen den Fahrzielen der Teststrecken reichen.

Europas Bushersteller sollen E-Fernbusse bauen

André Schwämmlein, Gründer und Geschäftsführer von Flixbus, fordert nun die hiesige Industrie zum Handeln auf: „Der erste E-Fernbus ist ein Signal an die Bushersteller, Innovationen voranzutreiben und Alternativen zum reinen Dieselantrieb zu entwickeln. Zukunftsfähige Mobilität ist mittlerweile auch ein gesellschaftliches Anliegen.“

Umstieg auf E-Busse schwierig und teuer

Wie schwierig der Umstieg auf elektrisch angetriebene Busse sein kann, erleben gerade die Berliner und Hamburger Verkehrsbetriebe. Die haben in einer gemeinsamen Initiative die Beschaffung von 105 Elektrobussen für den Stadtverkehr ausgeschrieben. Statt der erhofften zehn Bewerber reichten nur drei Firmen Angebote ein, wie die Berliner Morgenpost berichtete. Inzwischen haben die Verkehrsbetriebe die Angebotsfrist verlängert. Die Berliner BVG hat im Januar 2018 schon den siebten E-Bus in Betrieb genommen, diesmal ein Modell aus Tschechien – immer noch auf der Suche nach einem Fahrzeug, das im rauen Alltagsbetrieb die Anforderungen voll erfüllt.

Erfahrungen mit einem Elektrobus sammelte auch der Heidenheimer Verkehrsbetrieb, der einen „Urbino 12 electric“ der polnischen Marke Solaris im Fuhrpark erprobte. Der mit zwei Elektromotoren und sechs Akkupacks bestückte Bus hat eine nominelle Reichweite von 200 Kilometern. Derartige Busse kosten mit 600.000 Euro das doppelte eines konventionell angetriebenen Busses. Die vollständige Nachladung des Akkusatzes dauert etwa acht Stunden – damit ist der Elektrobus nach dem Ausschöpfen seiner Reichweite erst einmal lahmgelegt.  © 1&1 Mail & Media / CF