• Passend zur Fußball-EM haben zwei deutsche Universitäten eine Studie veröffentlicht, die zeigt: Fußballschauen kann das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen.
  • Hintergrund ist die emotionale Aufregung. Folglich gilt die Aussage nicht für alle Spiele gleichermaßen.

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Nervenkitzel und überschäumende Emotionen – bei Fußballfans können Großereignisse wie Europa- oder Weltmeisterschaften für eine Achterbahn der Gefühle sorgen. Nun zeigt eine Studie, dass diese emotionale Aufregung das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 gab es in Deutschland gehäuft Krankenhauseinweisungen wegen Herzinfarkten, wie deutsche Forscher im Fachmagazin "Scientific Reports" schreiben.

Für die Untersuchung werteten die Wissenschaftler des Zentrums für Kardiologie der Unimedizin Mainz und der Abteilung für Sportmedizin der Uniklinik Heidelberg Krankenhausdaten des Statistischen Bundesamtes aus. Konkret verglichen sie Einweisungen und Sterblichkeit wegen Herzinfarkten über vier Zeiträume. Das Ergebnis: In Deutschland gab es während der etwa vierwöchigen WM von Mitte Juni bis Mitte Juli 18.479 solcher Einweisungen – 3,7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2015 und 2,1 Prozent mehr als in dem Zeitraum des Jahres 2013. Im Monat nach der WM waren es 5,4 Prozent weniger Einweisungen.

Zu viel Aufregung: Sterblichkeit am Finaltag am größten

Einen Unterschied bei der Rate der Todesfälle entdeckten die Forscher insgesamt zwar nicht. Für den WM-Zeitraum stellten sie aber fest, dass am Tag des Finales die Sterblichkeit bei Herzinfarkt-Patienten im Krankenhaus am größten war. Den Endspiel-Krimi zwischen Deutschland und Argentinien gewann die deutsche Elf nach Verlängerung mit 1:0.

"Fußballschauen kann ans Herz gehen, gar keine Frage", sagt der Kardiologe und Pharmakologe Thomas Meinertz, der dem Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung angehört. Das gelte natürlich nicht für jedes Spiel, aber für solche, die für Zuschauer besonders aufreibend seien. Auch andere Studien belegten in unterschiedlichem Ausmaß einen Zusammenhang zwischen Herzinfarkten und extremen Stresssituationen. Das könnten laut Meinertz verschiedene Ereignisse sein wie etwa Erdbeben, Wahlen oder eben Sportereignisse.

Deutschlandspiele nehmen die Deutschen besonders mit

So ermittelte etwa ein Team um die Münchner Kardiologin Ute Wilbert-Lampen für die Fußball-WM 2006, dass die Zahl der eingelieferten Patienten mit Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen stieg, wenn Deutschland spielte - bis zum 2,7-Fachen im Vergleich zu früheren Jahren.

Arzt rät vor allem Risikopatienten zum Alkoholverzicht

Durch die Aufregung schüttet der Körper laut Meinertz Stresshormone aus, Herzfrequenz und Blutdruck steigen. Bei Menschen, die bereits eine Herzerkrankung haben, erhöhe sich so die Gefahr für Durchblutungsstörungen des Herzens, warnt der Experte, der nicht an der Studie beteiligt war.

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Mit Blick auf die laufende Fußball-EM rät Meinertz besonders Risikopatienten: Wenig Alkohol und keine reichlichen Mahlzeiten. "Das verbraucht eben auch Sauerstoff und Blut, es entzieht dem Herzen quasi Blut zugunsten des Magen-Darm-Trakts." Außerdem sei Rauchen unbedingt zu vermeiden. Zudem empfiehlt der Experte, nicht dauerhaft zu sitzen, sondern sich zwischendurch mal die Beine zu vertreten. So stehe einem gefahrlosen Fußballschauen nichts im Wege. (dpa/mcf)

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