Ärzte in Südkorea kämpfen um das Leben eines abtrünnigen nordkoreanischen Soldaten. Die Behandlung des Mannes bringt auch überraschendes für die Mediziner zutage: Der Mann ist von Parasiten befallen, die die Ärzte noch nie gesehen haben.

Ein nordkoreanischer Soldat, der Anfang der Woche nach Südkorea geflohen ist, trägt Parasiten in seinem Körper, die den behandelnden Ärzten gänzlich unbekannt sind.

Der Militärangehörige rannte am Montag durch einen Kugelhagel in der bewachten Grenzzone zwischen den beiden Ländern und wurde dabei fünffach angeschossen, wie die "Washington Post" berichtet.

Der Mann wird in Südkorea medizinisch versorgt. Die "Korea Biomedical Review" hat jetzt einen Bericht über den Gesundheitszustand des Soldaten veröffentlicht. Nach bislang zwei chirurgischen Eingriffen sei der Zustand des Mannes weiterhin kritisch.

Zuletzt sei ihm eine Kugel aus der Bauchdecke entfernt worden. Die weitere Behandlung der Wunde erweise sich jedoch als schwierig, weil der Magen des Mannes stark von Parasiten besiedelt sei. Diese würden sich nun auch in die Schusswunde hineinfressen.

Dem Bericht zufolge ist insbesondere ein Umstand rätselhaft: Unter den Parasiten sei auch eine bislang unbekannte Art gefunden worden. Sie verschlimmere die Situation maßgeblich und verursache enorme Komplikationen, zitiert der Bericht den behandelnden Arzt Lee Cook-jong.

Geflüchtete leiden oft unter Parasiten

Bei Menschen, die aus Nordkorea ins südliche Nachbarland fliehen, sind demnach öfter Parasiten festzustellen. Lee selbst habe im Körper einer Überläuferin aus Nordkorea schon mal 30 verschiedene Spulwurmarten gefunden.

Auch bei dem bislang unbekannten Parasiten im Magen des Soldaten handle es sich vermutlich um eine Art des Spulwurms.

Dem Bericht der "Korea Biomedical Review" zufolge können sich Spulwürmer stark verbreiten, wenn Gemüse mit menschlichen Fäkalien gedüngt wird. Wenn dieses Gemüse gegessen und die erneut produzierten Fäkalien wieder für die Düngung eingesetzt würden, steige die Population kritisch an.

Die Parasiten erzeugen im menschlichen Körper demnach einen Nährstoffmangel und lösen gefährliche Entzündungen aus. Unbehandelt können diese in den Blutkreislauf übergehen und letztlich zum Organausfall und Tod führen.

"Ich weiß nicht, was in Nordkorea los ist", zitiert der medizinische Bericht den behandelnden Arzt. Der abtrünnige Soldat leide unter anderem an einem Darmdurchbruch, sein Dünndarm sei mit Fäkalien kontaminiert und wie sein Magen ebenfalls von Parasiten befallen. Für die weitere Behandlung des Mannes erwartet er schwere Komplikationen. (ada)

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