• Vor allem die Omikron-Variante löst derzeit weiterhin hohe Corona-Fallzahlen in Deutschland aus.
  • Als die Impfstoff auch für Kinder zugelassen wurden, lautete die große Frage: Was bringt die Impfung wirklich?
  • Aktuelle Studien liefern nun wichtige Erkenntnisse - vor allem mit Blick auf schwere Verläufe.

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Als der Corona-Impfstoff von BioNTech für Jugendliche zugelassen wurde, bestimmten noch der Wildtyp und die Alpha-Variante von SARS-CoV-2 das Infektionsgeschehen. In der Zulassungsstudie für Kinder kursierte hauptsächlich Delta.

Inzwischen ist an Corona-Infektionen in Deutschland aber nur noch die Omikron-Variante beteiligt, die wesentlich leichter übertragen wird. Doch wie gut schützen die Impfstoffe dann noch diese Altersgruppen? Erste Erkenntnisse liefern drei Studien, die in den letzten Wochen veröffentlicht wurden.

Wie gut schützt die Impfung vor Ansteckung?

In einer US-amerikanischen Untersuchung wurden knapp 1.400 geimpfte und ungeimpfte Kinder und Jugendliche über mehrere Monate regelmäßig auf SARS-CoV-2 getestet. Das Forschungsteam berechnete aus den Daten, wie gut die Impfung vor einer Corona-Infektion mit oder ohne Symptomen im Vergleich zu keiner Impfung schützt.

  • Bei den 5– bis 11-Jährigen lag die zweite Impfung zwei Wochen bis knapp drei Monate zurück, die Schutzwirkung gab das Forschungsteam mit etwa 30 Prozent an.
  • Das heißt also: Die Impfung verhinderte knapp ein Drittel der Infektionen, die ohne Impfung auftreten würden. Zum Vergleich: In der Zulassungsstudie lag der Schutz über einen Zeitraum von gut zwei Monaten bei rund 90 Prozent.
  • Bei den 12– bis 15-Jährigen verhinderte die Impfung im Zeitraum von zwei Wochen bis knapp fünf Monate nach der zweiten Dosis knapp 60 Prozent der Infektionen im Vergleich zu Ungeimpften. In der Zulassungsstudie waren es über einen Zeitraum von gut zwei Monaten nahezu 100 Prozent.

Wie gut schützt die Impfung vor schwereren Verläufen?

Zwei weitere Studien mit US-amerikanischen Daten berechneten, wie gut die Impfung Kinder und Jugendliche vor Krankenhauseinweisungen beziehungsweise Notfallbehandlungen schützte. Die Forscher werteten die Daten in den beiden Studien jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach der zweiten Impfung aus, damit sind sie nicht direkt vergleichbar.

  • Bei den 5– bis 11-Jährigen bezifferten die Untersuchungen den Schutz vor solchen schwereren Verläufen auf knapp 70 Prozent innerhalb von einem Monat nach der zweiten Impfung beziehungsweise etwa 50 Prozent innerhalb von zwei Monaten nach der zweiten Impfung.
  • Bei den 12– bis 15-Jährigen lag die Wirksamkeit der Impfung bezogen auf schwere Verläufe rund fünf Monate nach der zweiten Impfung bei etwa 35 bis 45 Prozent. Vor sehr schweren Verläufen scheint die Impfung Jugendliche noch besser zu schützen. Die Wirksamkeit berechneten die Wissenschaftler mit knapp 80 Prozent.

Was bringt der Booster für Jugendliche?

Wenn die zweite Impfung mehr als fünf Monate zurücklag, schützte die Impfung schlechter gegen schwerere Verläufe. Eine der beiden Studien untersuchte zusätzlich den Schutz vor einer Omikron-bedingten Notfallbehandlung, wenn Jugendliche eine Booster-Impfung bekommen hatten: Die Wirksamkeit lag eine Woche nach der dritten Spritze bei rund 80 Prozent.

Wie aussagekräftig sind die Studien?

Um die Ergebnisse richtig einordnen zu können, sind die Details der Studien wichtig: Im Gegensatz zu den Zulassungsstudien handelt es sich bei den drei jüngsten Untersuchungen lediglich um Beobachtungsstudien. Bei diesem Studientyp werden die Teilnehmenden nicht nach dem Zufallsprinzip der Impfgruppe oder der Kontrollgruppe zugeordnet.

Das bringt Probleme mit sich: Denn möglicherweise gibt es außer dem Impfstatus noch andere wichtige Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften, die sich auf Testung, Ansteckung oder schwerere Verläufe auswirken. Zum Teil haben die Studien solche Faktoren weitgehend berücksichtigt. Ganz ausschließen lässt sich indes nicht, dass andere Faktoren die Ergebnisse verzerren.

Hinzu kommt: Die Schätzungen der Wirkung der Impfstoffe sind recht ungenau. Möglicherweise könnte der Schutz also auch deutlich kleiner ausfallen.

Die Studien haben außerdem nur die Risiken für Geimpfte mit denen von Ungeimpften verglichen. Aus den Ergebnissen lässt sich allerdings nicht das absolute Risiko ableiten, also welcher Anteil der Personen mit beziehungsweise ohne Impfung sich über einen bestimmten Zeitraum anstecken oder erkranken würde.

Was bedeuten die Ergebnisse?

Die Untersuchungen bestätigen das Bild, das sich in den Studien zum Nutzen der Impfung bei Erwachsenen gezeigt hat: Im Vergleich zum Wildtyp des Coronavirus oder der Delta-Variante schützt die Impfung wahrscheinlich schlechter gegen eine Ansteckung mit Omikron. Der Schutz vor schwereren Verläufen ist aber weiterhin hoch.

Für Jugendliche liefern die Studien Hinweise, dass der Impfschutz gegen Omikron im Verlauf der Zeit abnimmt, aber durch einen Booster wieder steigt. Weil die Kinder in den Untersuchungen relativ frisch geimpft waren, lassen sich aus diesen Daten keine verlässlichen Schlussfolgerungen ziehen, wie viel bei ihnen ein Booster nutzen würde und wann er sinnvoll sein könnte.

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