Die zweite Welle macht sich jetzt auch in den Krankenhäusern bemerkbar. In Nordrhein-Westfahlen etwa hat sich die Zahl der stationären Aufenthalte wegen COVID-19 innerhalb einer Woche um 50 Prozent erhöht.

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Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen steigt stark an.

Nach Zahlen der Landesregierung vom Freitag werden aktuell rund 1.420 Patienten mit COVID-19 stationär behandelt - vor einer Woche waren es noch 950, vor einem Monat rund 320. 275 Patienten lägen aktuell auf der Intensivstation, 148 von ihnen müssten beatmet werden.

Beim bisherigen Höhepunkt der Pandemie Mitte April waren in den NRW-Krankenhäusern mehr als 2.100 Corona-Patienten gleichzeitig behandelt worden, knapp 600 mussten in der Spitze beatmet werden.

Neuer Höchstwert an Corona-Neuinfektionen in NRW

Das Landeszentrum Gesundheit NRW meldete unterdessen dem Robert Koch-Institut am späten Donnerstagabend 2.740 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden, wie aus der Webseite des Berliner Instituts hervorgeht. Damit überstieg der Wert den erst einen Tag alten Rekord an positiven Tests pro Tag um 117 Fälle.

In der gesamten Pandemiezeit registrierten die Behörden 100.247 Corona-Fälle in NRW, von denen drei Viertel inzwischen wieder als genesen gelten. 1.994 Menschen starben in Zusammenhang mit dem Coronavirus, das waren 14 mehr als einen Tag zuvor.

Die jetzigen Werte liegen damit über denen vom Frühjahr, sind aber nur bedingt vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Kapazitätsgrenze trotzdem noch weit entfernt: Münster nimmt ausländische COVID-Patienten auf

Die Kliniken sind den Angaben zufolge allerdings noch weit entfernt von ihrer Kapazitätsgrenze. Aktuell gebe es rund 5.640 Intensivbetten, in denen die Patienten auch beatmet werden könnten, 1.320 davon seien im Moment nicht belegt.

Auch aus diesem Grund unterstützen deutsche Kliniken schwerer gebeutelte Kollegen aus dem Ausland. Zum ersten Mal in der zweiten Welle der Corona-Pandemie werden aktuell Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt.

Ein Hubschrauber transportierte am Freitagmorgen einen Patienten in ein Krankenhaus nach Münster. Das teilte das Koordinierungszentrum für die Verteilung von Patienten in Rotterdam mit. Ein zweiter Flug ebenfalls von Almere nach Münster soll noch am Freitag folgen.

Druck auf niederländische Intensivstationen soll geringer werden

Durch die Verlegungen soll der Druck auf die Intensivstationen gesenkt werden. Bereits fast jedes zweite Bett auf Intensivstationen in den Niederlanden ist aktuell mit einer an COVID-19 erkrankten Person belegt.

Die Krankenhäuser in der Region Nordwesten, zu der auch Almere gehört, könnten den Zustrom neuer Patienten kaum bewältigen, teilte das Zentrum in Rotterdam mit. "Das Wasser steht ihnen bis zum Hals."

Zuletzt waren am Donnerstag fast 9.300 positive Corona-Tests innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Auch im Frühjahr waren Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt worden. Für das Wochenende sind weitere Patiententransporte auch aus anderen Regionen des Landes geplant.

Die Niederlande verfügen zurzeit über 1.150 Betten auf Intensivstationen. Allein Nordrhein-Westfalen hat rund fünfmal so viele. Das Bundesland stellte 80 Betten für Patienten aus den Niederlanden zur Verfügung. Sowohl Nordrhein-Westfalen als auch Niedersachsen hatten angeboten, Patienten aus den Niederlanden zu übernehmen. (dpa/ank)

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