Bei einem Flugzeugabsturz in den Schweizer Alpen sind 20 Menschen ums Leben gekommen. Die Gründe für den Absturz sind unklar.

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Alle 20 Insassen des im Kanton Graubünden abgestürzten Flugzeugs Typ Junkers Ju-52 sind tot. Das hat die Kantonspolizei (Kapo) Sonntagmittag auf einer Pressekonferenz bestätigt.

Das Oldtimer-Flugzeug hat Platz für 17 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder. An Bord waren laut Polizei elf Männer und neun Frauen.

17 Schweizer und drei Österreicher

Es habe sich um 17 Schweizer sowie ein niederösterreichisches Paar mit Sohn gehandelt, wie ein Sprecher des Betreibervereins Ju-Air der Austria Presse Agentur bestätigte. Die Insassen waren demnach 42 bis 84 Jahre alt.

Der Vorfall ereignete sich an der Westflanke des Piz Segnas, auf etwa 2.540 Metern Höhe. Der Berg ist 3.098 Meter hoch und liegt etwa 100 Kilometer südöstlich von Zürich.

Die Bergungsarbeiten wurden am Sonntag fortgesetzt. Das Wandergebiet ist laut Kapo bis auf Weiteres gesperrt.

"Das Flugzeug ist nahezu senkrecht mit hoher Geschwindigkeit auf den Boden aufgeprallt", sagte Daniel Knecht von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) auf einer Pressekonferenz. Die Unfallstelle lasse einige Rückschlüsse zu. So gebe es keine Hinweise auf Fremdeinwirkung, eine Kollision oder Schäden am Flugzeug, die den Unfall ausgelöst haben könnten.

Hitze schuld an Absturz?

"Hohe Temperaturen sind eine Beeinträchtigung für das Flugzeug. Sie sind aber nicht Unfallursache, sondern der Umgang damit", betonte Knecht. Den Schluss zu ziehen, dass der Unfall mit der Hitze zusammenhänge, dazu sei es noch zu früh.

Die Hitze beeinträchtige die Leistung der Motoren und die Wendigkeit der Maschine, sagte Knecht, betonte aber mehrmals: "Hitze alleine ist keine Gefahr."

"Blick.ch" und "20min.ch" hatten zuvor berichtet, die Hitze könnte eine Rolle gespielt haben. "Die Luft ist dünner, darum kann ein Flugzeug weniger schnell steigen und der Kurvenradius ist größer", sagte Aviatikexperte Max Ungricht zu "20min.ch".

Die Leistung der Maschine kann dadurch beeinflusst werden. Ungericht zufolge sind die Unterschiede massiv. "Gerade Piloten von Kleinflugzeugen unterschätzen diese häufig."

Maschine ist ein Oldtimer

Es war auch spekuliert worden, ob das Alter der Maschine den Unfall ausgelöst haben könnte. Sie war seit 1939 für die Luftwaffe und seit 1985 für Ju-Air im Einsatz.

"Grundsätzlich hat das Alter des Flugzeugs nichts mit der Flugsicherheit zu tun, solange die Maschine gut gewartet wird", winkte Sust-Experte Daniel Knecht ab.

Laut "Nzz.ch" werden die Ju-Air-Flugzeuge nur von erfahrenen Berufspiloten geflogen. Die Maschinen haben jedoch keine Blackbox, die hinterher ausgewertet werden kann. Deswegen müssen vor allem die Wrackteile und die Motoren untersucht werden.

"Das Team der Ju-Air ist tief traurig und denkt an die Passagiere, die Crew und Familien und Freunde der Verunglückten", teilte das Unternehmen mit. Der Flugbetrieb werde bis auf Weiteres eingestellt.

Ju-Air ist ein Verein von Freunden der schweizerischen Luftwaffe (VFL), der 1981 die drei ausgemusterten Maschinen übernommen hatte. Die Maschinen der Ju-Air sind auch als "Tante Ju" bekannt und werden oft für Alpen-Rundflüge zu Geburtstagen oder Jubiläen gebucht. Sie starten vom Militärflugplatz Dübendorf.

Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien mit fünf deutschen und insgesamt 157 Toten hat die Suche nach der Unglücksursache begonnen. Ein schlimmer Verdacht drängt sich auf, denn vor wenigen Monaten gab es bereits einen Unfall mit der Boeing-Reihe. Erste Flugverbote wurden verhängt.

Auch bei Luzern stürzte ein Flugzeug ab

Am Samstag war in der Schweiz bereits zuvor ein Kleinflugzeug abgestürzt. Das Unglück ereignete sich bei Hergiswil - rund zehn Kilometer südlich von Luzern am Vierwaldstättersee. Nach Angaben der Kantonspolizei Nidwalden kam dabei eine Familie aus der Region ums Leben, die Eltern ebenso wie die zwei minderjährigen Kinder.

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