Einer der aufsehenerregendsten Fälle sexuellen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche wird möglicherweise neu aufgerollt. Es geht um einen Pfarrer, dessen Vorgesetzter der frühere Papst Benedikt war.

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In einem der aufsehenerregendsten Fälle des sexuellen Missbrauchs durch einen katholischen Priester in Deutschland könnte es zu neuen Ermittlungen kommen.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II sagte dem ZDF-Magazin "Frontal 21" und dem Recherchezentrum Correctiv zu dem ehemaligen Geistlichen Peter H., die Behörde prüfe, "ob es weitere Taten gibt und ob Ermittlungen aufzunehmen sind".

Der Priester solle in Bottrop, Essen, Grafing und Garching an der Alz mindestens 28 Jungen sexuell missbraucht haben, berichteten die Medien unter Berufung auf die Bistümer Essen und München.

Peter H. wurde trotz Bewährungsstrafe nicht aus dem Kirchendienst entfernt

H. war 1986 wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden und wurde dennoch danach im Erzbistum München-Freising weiter in der Seelsorge eingesetzt. Auf Nachfrage des ZDF und von Correctiv gab das Erzbistum zu, es sei in jener Zeit zu Missbrauchsfällen an drei Jungen gekommen. Peter H. habe damals, in Garching an der Alz, mit Messdienern zusammengearbeitet und Religionsunterricht an Schulen gegeben.

Bekannt wurde sein Fall erst nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals der katholischen Kirche in Deutschland 2010. Damals kam es dann zu Protesten gegen den Priester und die Kirche.

Auch die Gemeinde Garching erfuhr erst im diesem Zuge von der Vergangenheit des vorbelasteten Seelsorgers. Das Erzbistum bezeichnet dies ein Jahrzehnt später als "schweren Fehler".

Joseph Ratzinger holte Peter H. nach München

Die Versetzung des Geistlichen aus Essen nach München geschah 1980. Damals war der spätere Papst Benedikt XVI. noch als Kardinal Joseph Ratzinger in München tätig. Ratzinger soll damals mitentscheiden haben, dass sich Pfarrer Peter H. aufgrund seiner pädophilen Neigungen in München einer Therapie zu unterziehen habe.

Das Erzbistum München teilte aber zudem mit, dass aus der Aktenlage nicht hervorgehe, wie intensiv sich Ratzinger mit dem Fall beschäftigt habe. (AFP/hau)

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