Eine Unfallserie auf der Autobahn, ein Tornado und ein Abfertigungsstopp an Deutschlands größtem Flughafen: Am Freitag haben Unwetter Deutschland auf Trab gehalten. Die Nacht zum Samstag zeigte sich schon wieder deutlich entspannter.

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Nach einem teils unwetterartigem Freitag ist es in der Nacht auf Samstag in Deutschland weitgehend ruhig geblieben. Vereinzelt blockierten umgestürzte Bäume die Straße, zum Beispiel im Bereich des Polizeipräsidiums Göttingen.

Auf der Autobahn 5 südlich von Darmstadt stand am Abend die Fahrbahn in beiden Richtungen unter Wasser, die Polizei berichtete von mehreren Beinahe-Unfällen wegen Aquaplaning. Vereinzelt standen erneut Keller unter Wasser. Am frühen Samstagmorgen hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) alle Unwetterwarnungen auf, lediglich in Teilen Bayerns warnten die Meteorologen noch vor Starkregen.

A4: 23 Menschen bei Unfallserie in Thüringen verletzt

Am Freitagnachmittag waren bei einer Unfallserie in Thüringen auf der Autobahn 4 mindestens 23 Menschen verletzt worden, sechs von ihnen schwer. In die Serie mit sechs Unfällen nahe Eisenach waren am Nachmittag 17 Fahrzeuge verwickelt, wie die Polizei mitteilte. Laut der Behörde hatte starker Regen zu Aquaplaning geführt, Autos seien angesichts der Fahrbahnverhältnisse zu schnell unterwegs gewesen.

In Rheinland-Pfalz soll ein Tornado einen sechsstelligen Sachschaden verursacht haben. Durch herabfallende Dachziegel seien in Bobenheim am Berg im südlichen Rheinland-Pfalz mehrere Fahrzeuge beschädigt worden, teilte die Polizei am Freitagabend mit.

Der "Tornado" soll insgesamt elf Häuser "massiv beschädigt" haben.

Der "Tornado" habe insgesamt elf Häuser "massiv beschädigt". Zu sehen war das Wetterereignis mutmaßlich unter anderem in einem Video, das auf Facebook kursierte. Ob es sich um eine authentische Aufnahme handelte, war zunächst noch unbestätigt.

"Es war wahrscheinlich nur ein schwacher Tornado"

Dass es sich tatsächlich um einen Tornado gehandelt habe, sei jedenfalls angesichts der Wetterlage nicht unwahrscheinlich, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD): "Es war wahrscheinlich nur ein schwacher Tornado."

Im benachbarten Hessen hatten heftige Gewitter mit Starkregen die Abfertigung am Frankfurter Flughafen gestoppt. Etwa eine Stunde lang wurden an Deutschlands größtem Flughafen am Freitag keine Passagiere und Maschinen mehr abgefertigt.

Im Norden und in der Mitte Hessens standen zahlreiche Keller unter Wasser. Die Gewitter tobten seit Freitagmittag knapp zwei Stunden lang über dem Bundesland. Im Norden und in der Mitte Hessens standen zahlreiche Keller unter Wasser. Bis zum Abend hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit weiteren kräftigen Niederschlägen gerechnet. "Da kommt noch mehr", sagte Sprecher Andreas Friedrich. Für Teile von Mittel- und Nordhessen bestanden Warnhinweise vor extremen Unwettern.

An Deutschlands größtem Airport in Frankfurt sollten am Freitag rund 230.000 Passagieren ankommen oder wegfliegen. Von insgesamt 1.560 Starts und Landungen wurden bis zum Nachmittag 100 gestrichen. Die Gewitter tobten seit Freitagmittag knapp zwei Stunden lang über Hessen. In der Region um Gießen sowie um den Edersee fielen nach DWD-Angaben innerhalb kurzer Zeit bis zu 80 Liter Wasser pro Quadratmeter.

Wetter hat auch Auswirkungen auf Flugverkehr in Berlin

Auch in der Hauptstadt Berlin wirkte sich die Witterung auf den Flugverkehr aus: Acht innerdeutsche Flüge wurden gestrichen. Es handele sich um Flüge nach Frankfurt am Main und München, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg am Abend.. Je nach Wetterlage könnte es im Laufe des Abends zu weiteren Streichungen kommen, hieß es. Von Berlins zweitem Flughafen Schönefeld im Südosten der Stadt lagen zunächst keine Meldungen über gestrichene Flüge vor.

Nach Angaben der DWD-Meteorologen legt der Sommer auch am Wochenende vorerst noch eine Pause ein. Die Temperaturen werden demnach nur mäßig warm.(sg/pak/dpa)

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