Endlich Sommer! Ein bisschen zumindest. Denn so richtig genießen kann man das in Deutschland nur noch am Donnerstag. Spätestens ab Freitagnachmittag ziehen Schauer und Gewitter auf.

War's das etwa schon mit dem Sommer? Das Wetter in Deutschland wird tatsächlich immer wechselhafter. Bestes Beispiel ist die aktuelle Vorhersage für die kommenden Tage.

"Der erste meteorologische Sommertag zeigt sich am Donnerstag dank Hoch Xenia dann auch sehr sonnig und vielfach trocken. Lediglich im Süden gibt es noch einzelne Schauer oder Gewitter. Doch das ändert sich schon ab dem morgigen Freitag", sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von "wetter.net".

Dann wird es wieder zunehmend schwül und gerade im Südwesten muss man mit heftigen Niederschlag rechnen. Das Pfingstwochenende - darauf deuten leider alle Zeichen hin - wird wortwörtlich ins Wasser fallen. Danach bleibt es erst einmal deutlich kühler.

Der Sommer startet also eher ungewöhnlich. Doch ein Blick zurück auf den Frühling zeigt: Eigentlich ist es bislang sogar wärmer als in den Vorjahren.

Der Frühling kam früher

In diesem Frühjahr war von Seiten des Wetters wirklich alles dabei: Frost, extreme Hitze und viel Trockenheit. Gerade der März war durchaus außergewöhnlich, denn er war der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Ganze 3,7 Grad mehr als sonst konnten gemessen werden!

Gewitter-Gefahr im Süden weiter hoch - Temperaturen sinken deutlich.

Florian Imbery, Klima-Experte beim Deutschen Wetterdienst (DWD), meint: "Das war schon speziell dieses Jahr. Dass es im April nochmal eisig wird ist nichts Ungewöhnliches. Dass auch der Mai wechselhaft ist, liegt in einer ganz natürlichen Variabilität. Aber der März war erstaunlich."

Generell müsse man sich zukünftig auf Frühlinge einstellen, die immer früher beginnen. Was sich nach einer tollen Sache anhört, ist bei näherer Betrachtung allerdings nicht ganz ohne fürs Klima:

"Dadurch, dass es immer früher wärmer wird, verschiebt sich auch die Vegetationsperiode der Pflanzen nach vorne. Wenn es dann im April einen Spätfrost gibt, ist die Vegetation schon weiter voran geschritten als früher. Genau das ist aber gefährlich, da sie zu diesem Zeitpunkt angreifbarer ist", so Imbery.

Gerade wenn es im Frühling nochmal richtig eisig wird - wie die minus 10 Grad in Oberstdorf am 20. April 2017 - stehen zum Beispiel Obstbauern vor großen Problemen.

Anzahl der Hitzetage nimmt zu

Deutschland wird immer wärmer. Seit 1881 ist die Temperatur in der Bundesrepublik flächendeckend um etwa 1,4 Grad angestiegen.

Damit nehmen auch die potenziellen Sommertage zu. Ein Sommertag ist ein Tag mit mehr als 25 Grad Höchsttemperatur - von einem heißen Tag spricht man bei mehr als 30 Grad.

"Die Anzahl dieser Tage wird weiterhin steigen", sagt Florian Imbery vom DWD, "allerdings muss man immer im Hinterkopf behalten, dass diese Daten aus Computer-Simulationen generiert werden."

Relativ sicher sei aber, dass bei gleichbleibendem Treibhausausstoß verschiedene Regionen in Deutschland künftig mit mehr Wetterextremen rechnen müssen.

"Gerade das Oberrheinbecken, Süddeutschland oder Brandenburg werden sich künftig auf mehr Wetterprobleme einstellen müssen", sagt Imbery.

Zu wenig Regen - zum fünften Mal in den vergangenen sechs Jahren

Laut den Zahlen des DWD ist zum fünften Mal in den vergangenen sechs Jahren zu wenig Niederschlag im Frühling gefallen. In diesem Jahr sind nur 83 Prozent des durchschnittlichen Wertes erreicht worden.

Doch während einige Regionen Deutschlands über die Trockenheit geklagt haben, sind andere Regionen regelrecht untergegangen. Gerade im Süden der Republik am Alpenrand sind erstaunliche Mengen an Niederschlag gefallen. In Ruhpolding in Oberbayern fielen zum Beispiel am 18. März ganze 102 Liter Regen pro Quadratmeter.

Das sind die Aussichten für die kommenden Tage

Freitag: 23 bis 30 Grad, erst freundlich, später im Süden und Südwesten neue Schauer und Gewitter, lokal unwetterartig

Samstag: 20 bis 28 Grad, schwül-warm und weitere teils kräftige Gewitter

Pfingstsonntag: 15 bis 21 Grad, in der Mitte und im Süden sehr nass, besonders Richtung Alpenrand, nach Norden hin ab und zu mal Sonne

Pfingstmontag: 14 bis 22 Grad, südlich des Mains immer wieder Regen und sehr kühl, sonst ein Mix aus Sonne und Wolken mit einzelnen Schauern

Dienstag: 17 bis 24 Grad, wechselhaft und Schauer

Mittwoch: 18 bis 25 Grad, mal Sonne, mal Wolken, dazwischen immer wieder Schauer und Gewitter

Donnerstag: 17 bis 27 Grad, unbeständig, zeitweise Schauer

Freitag: 15 bis 25 Grad, zeitweise Sonne, sonst viele Wolken mit Schauer und Gewittern

Samstag: 22 bis 30 Grad, regional vorübergehend wieder sehr warm, später rasch wieder Schauer und Gewitter

Sonntag: 15 bis 22 Grad, viele Wolken und immer wieder Regen