Das russische Verteidigungsministerium hat am Freitagmorgen vermeldet, dass IS-Führer Abu Bakr al-Baghdadi bei einem russischen Luftangriff getötet worden sein könnte.

Das Ministerium betätigte entsprechende Berichte auf seiner Facebook-Seite.

Es würden aktuell zahlreiche Meldungen überprüft, wonach IS-Führer Abu Bakr al-Baghdadi bei einem Luftschlag am 28. Mai im syrischen Rakka ums Leben gekommen sei.

Angriff auf Treffen der IS-Spitze in Rakka

Der Angriff habe einem Treffen der militärischen Führung des IS in der inoffiziellen Hauptstadt des sogenannten "Islamischen Staates" gegolten, berichtet die BBC.

Bei dem Treffen sollen Routen geplant worden sein, um die Stadt zu verlassen. Auch andere Anführer sollen bei dem Angriff getötet worden sein.

Der Aufenthaltsort al-Baghdadis galt als unklar. Bevor eine Anti-IS-Allianz mit der Rückeroberung Mossuls begann, wurde der Terror-Chef zuletzt in der irakischen Großstadt vermutet.

Al-Baghdadis Aufstieg zum Oberhaupt des IS begann, als ihn die Dschihadisten im Irak im Mai 2010 zum Emir wählten. Von da an mussten alle IS-Kämpfer einen Eid auf den Anführer schwören.

Nur selten tritt der IS-Chef in der Öffentlichkeit auf. Lange war unklar, wie Al-Baghdadi aussieht, bis er überraschend wenige Tage nach Ausrufung des Kalifats Ende Juni 2014 in einer Moschee im nordirakischen Mossul auftauchte und die Freitagspredigt hielt.

Baghdadi-Kopfgeld in Höhe von rund 22 Millionen Euro

Immer wieder gab es Gerüchte, er sei bei Angriffen verletzt oder sogar getötet worden. Diese stellten sich später als falsch heraus.

Al-Bagdadi wurde 1971 in der irakischen Stadt Samarra geboren. An der Universität Bagdad machte er einen Abschluss in Islamischen Studien.

Nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Saddam Hussein im Jahr 2003 saß er eine Zeit lang in einem US-Gefängnis im Irak.

Die USA hatten zuletzt im Dezember 2016 ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar (22,43 Millionen Euro) auf Al-Bagdadi ausgelobt.