Nach dem überraschenden Rauswurf von Andreas Kalbitz aus der AfD hält der Jenaer Extremismusforscher Matthias Quent eine Spaltung der Partei nicht für ausgeschlossen. Für Meuthen sei das Risiko hoch, bald selbst nicht mehr Teil der Partei zu sein.

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Nach dem Rauswurf des Brandenburger AfD-Chefs Andreas Kalbitz sei es denkbar, dass sich die Partei "in eine deutlich rechtsextremistische Ost-AfD und in eine immer noch Rechtsaußen gelagerte, aber nicht extremistische West-AfD unter der Leitung von Leuten wie (Jörg) Meuthen" aufspalte, sagte Extremismusforscher Matthias Quent der Deutschen Presse-Agentur. "Es würde allerdings das Lager erheblich fragmentieren und ich denke, es würde auch das rechte Lager sehr schwächen."

Der AfD-Bundesvorstand hatte Kalbitz' Parteimitgliedschaft vor einer Woche auf Betreiben von Parteichef Meuthen mit einem Mehrheitsbeschluss für nichtig erklärt, weil der seine frühere Mitgliedschaft in der HDJ verschwiegen und auch die zeitweilige Mitgliedschaft bei den Republikanern nicht angegeben haben soll.

Kalbitz will den Beschluss juristisch anfechten. Außerdem bleibt er Mitglied der Brandenburger AfD-Fraktion. Der Rauswurf hat einen offenen Machtkampf innerhalb der AfD ausgelöst.

Quent: "Risiko ist hoch für Jörg Meuthen"

Quent sieht Anhaltspunkte, dass sich dabei am Ende die AfD-Strömung um den Thüringer Partei- und Fraktionschef Björn Höcke durchsetzen könnte. Der AfD-Bundesvorstand könne bei einem Sonderparteitag abgewählt werden, sagte Quent.

Wenn es Höcke gelinge, Meuthen und dessen Mitstreiter im Bundesvorstand als Spalter darzustellen, könne er davon profitieren und auch auf Stimmen hoffen, die vorher nicht dem "Flügel" zugerechnet wurden. "Das Risiko ist hoch für Jörg Meuthen, dass er am Ende dieses Konflikts vielleicht nicht mehr Parteivorsitzender ist und vielleicht die Partei dann sogar selber verlässt." (jwo/dpa)  © dpa

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