• Bayern hat angesichts der hohen Corona-Neuinfektionen eine Verlängerung der Maskenpflicht in Innenräumen gefordert.
  • Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte der "Augsburger Allgemeinen", "ich fände gut, wenn wir nach dem 2. April bundesweit noch vier Wochen Maskenpflicht in Innenräumen haben würden."
  • Danach könne die Lage neu beurteilt werden.
  • Derweil rechnet die Deutsche Krankenhausgesellschaft mit einer steigenden Zahl an Intensivpatienten.

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Die Maskenpflicht gilt ab kommenden Sonntag nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln und Einrichtungen mit vulnerablen Menschen. Holetschek sagte, sie sollte seiner Meinung nach auch im Handel und in Freizeiteinrichtungen fortbestehen.

Mit Blick auf die Gesundheitsministerkonferenz am Montag forderte Bayern vom Bund entweder bundesweit einheitliche Kriterien für die Anwendung der Hotspot-Regel oder eine Verlängerung der Übergangsfrist. "Die Hotspot-Regeln sind viel zu schwammig und ermöglichen uns keine rechtssichere Umsetzung", sagte Holetschek.

Die Krankenhäuser rechnen mit steigenden Patientenzahlen

Der Vorstandsvorsitzende der Krankenhausgesellschaft, Gaß, sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Situation für Kliniken sei vor allem durch Personalausfälle hochproblematisch. "Drei von vier Krankenhäusern müssen Leistungen einschränken, weil Personal ausfällt." Dies liege an "Infektionen, Quarantäne oder Betreuung von positiv getesteten Kindern".

Zuletzt habe sich die Intensivbelegung zwar etwas vom Infektionsgeschehen abgekoppelt - jedoch nicht vollständig, sagte Gaß weiter. In den kommenden Wochen würden die Krankenhäuser deshalb auch auf den Intensivstationen "wieder stärker steigende Patientenzahlen verzeichnen".

Die Inzidenzen bleiben in Rekordhöhe: Drosten warnt

Auch der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, rechnet in der "allernächsten Zeit" mit weiter hohen Infektionszahlen. Auch wenn es wärmer werde, werde das Infektionsgeschehen "nicht komplett stoppen wie im letzten Jahr", sagte Drosten am Freitagabend in der ARD-Sendung "Tagesthemen". "Ich schätze, das schaukelt sich zum Sommer wieder hoch."

Der Virologe riet: "Man muss die Situation eben moderieren und nicht frei laufen lassen." Ein größeres Problem derzeit sei, dass sich viele Ältere verstärkt infizierten - "in dieser Gruppe haben wir schlecht geimpft".

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen sank am Sonntag leicht auf 1723,8. Davor hatte der Wert am Samstag mit 1758,4 einen neuen Höchststand erreicht. Der Wert beziffert die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen lag am Sonntag mit 111.224 um gut 20.000 unter dem Wert der Vorwoche. Am Samstag wurden 252.026 Neuinfektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich auf 128.437.

Die Impfpflicht bleibt weiterhin ein Gesprächsthema

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, sprach sich eindringlich für eine Impfpflicht aus. "Der Bundestag muss eine Impfpflicht für alle Erwachsenen einführen, die Impfungen ab Juni verpflichtend macht, sonst kommen wir bis zum Herbst nicht vor die Welle, und dann werden vor allem wieder die Kinder und Jugendlichen unter den unvermeidbaren Einschränkungen leiden", sagte Fischbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Wer die Impfung bis jetzt noch verweigere, Menschen mit medizinischen Gründen ausgenommen, "nimmt den Rest der Bevölkerung in Geiselhaft", sagte Fischbach. "Das trifft besonders Minderjährige, die durch die Einschränkungen um Bildungs- und Entwicklungschancen gebracht werden, sozial und psychisch leiden. Das ist nicht mehr hinnehmbar."  © AFP

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht im Vergleich zum Vortag

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag leicht gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 1.723,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1.758,4 gelegen.
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