Während Brasilien immer tiefer in die Coronakrise stürzt, steht der Präsident im Mittelpunkt. Ein Video soll nun belegen, dass Jair Bolsonaro Einfluss auf die Bundespolizei nehmen wollte.

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Ein Video hat den Vorwurf der politischen Einflussnahme auf die Bundespolizei in dem Verfahren gegen den rechten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro verfestigt. Die mit Spannung erwartete Aufnahme einer Kabinettssitzung von April als möglicher Beweis wurde am Freitag (Ortszeit) von einem Richter des Bundesgerichtshofs in Brasília bis auf einige Teile freigegeben, in der über andere Länder diskutiert wird.

"Ich habe die Macht, und ich werde in alle Ministerien eingreifen", sagt Bolsonaro in dem Video. Er habe schon versucht, "Leute unserer Sicherheit" in Rio, wo der Bolsonaro-Clan wohnt, auszutauschen und es sei ihm nicht gelungen.

"Das ist vorbei. Wenn ich jemanden nicht austauschen kann, tausche ich seinen Chef aus. Und wenn ich seinen Chef nicht austauschen kann, tausche ich den Minister aus. Punkt."

Brasilien: Bolsonaro besetzt Posten des Chefs der Bundespolizei neu

Bolsonaro behauptet, er habe seinen persönlichen Sicherheitschef gemeint. Tatsächlich aber besetzte er sowohl den Posten des Chefs der Bundespolizei als auch den des Direktors der Bundespolizei in Rio de Janeiro vor kurzem neu.

Justizminister Sergio Moro erklärte seinen Rücktritt, nachdem Bolsonaro mit dem Bundespolizei-Chef einen engen Vertrauten Moros entlassen hatte. Berichten zufolge war die Polizei dabei, zwei politisch aktive Söhne des Präsidenten zu belasten.  © dpa

Die Pandemie in Brasilien: Lockdown-Gegner sind in der Coronakrise Jair Bolsonaros Freunde

Brasilien hat nach den USA und Russland mittlerweile die meisten Fälle an bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus. Dessen Präsident aber gibt dafür noch immer China die Schuld und folgt auch in seiner Verharmlosung der Krise seinem US-Amtskollegen Donald Trump.