Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat einem Journalisten mit Prügel gedroht. Er habe Lust, ihm ins Gesicht zu schlagen, sagte Bolsonaro nach einem Bericht des Nachrichtenportals G1 am Sonntag (Ortszeit) zu einem Journalisten der Zeitung "O Globo".

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Zuvor hatten mehrere Reporter, darunter der Globo-Journalist, den Präsidenten in Brasília zu einem Medienbericht über angebliche Schecks an Bolsonaros Frau Michelle befragt.

In dem Bericht hieß es, der Ex-Berater von Bolsonaros Sohn Flávio, Fabrício Queiroz, sowie dessen Frau hätten zwischen 2011 und 2016 Schecks in Höhe von umgerechnet mehr als 13.000 Euro an die jetzige Präsidentengattin ausgestellt.

Zeitung kritisiert Bolsonaro nach Drohung

Queiroz war im Juni von der brasilianischen Bundespolizei festgenommen worden. Er wurde gesucht, weil Angestellte des Präsidenten-Sohns Teile ihres Gehalts zurückgegeben haben sollen.

Das Geld soll dann gewaschen worden sein. Auf dem Konto von Queiroz wurde zwischen 2016 und 2017 eine "untypische Bewegung" von 1,2 Millionen Reais (umgerechnet 200.000 Euro) festgestellt.

Die Zeitung "O Globo" verteidigte ihren Journalisten und kritisierte die Äußerungen des Präsidenten. Der Reporter habe seine Arbeit absolut professionell ausgeführt. Bolsonaros Einschüchterungsversuch zeige, dass er seine Pflicht missachte, gegenüber der Bevölkerung Rechenschaft abzulegen.

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