In den von der Corona-Krise besonders betroffen Berufen arbeiten vor allem Frauen, wie eine aktuelle Erhebung zeigt. Weil derzeit auch landesweit Schulen und Kitas geschlossen sind und sie nebenbei noch vielfach den Haushalt schmeißen, werden sie gleich doppelt und dreifach belastet.

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Ob an der Supermarktkasse oder auf der Intensivstation: In der Coronavirus-Krise sind es vor allem Frauen, die an vorderster Front kämpfen.

Laut einer Erhebung des Online-Statistikportals Statista auf Basis von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit arbeiten im Lebensmitteleinzelhandel zu 73 Prozent Frauen, in Krankenhäusern sind 76 Prozent der Angestellten weiblich und in Kindergärten und Vorschulen 93 Prozent - nur jeder zehnte Betreuer ist dort also männlich.

Dazu kommt, dass Frauen in deutschen und Haushalten noch den Großteil der Haushalts-, Fürsorge- und Pflegearbeiten übernehmen. Laut einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation ILO leisten Frauen in Deutschland pro Tag fast 4,5 Stunden unbezahlte Familien- und Hausarbeit (bei Männern sind es durchschnittlich weniger als 2 Stunden).

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In der Krise halten Frauen die Gesellschaft am Laufen.

Alleinerziehende werden doppelt belastet

Die Corona-Krise trifft zudem besonders Alleinerziehende, da wegen der Corona-Krise fast bundesweit Schulen und Kitas geschlossen sind. Und auch die sind fast ausschließlich weiblich: Laut den amtlichen Zahlen des Statistische Bundesamt für 2018 waren rund 90 Prozent oder 620.000 der arbeitenden Alleinerziehenden mit Kindern im Alter unter 13 Jahren Frauen - sie werden also derzeit doppelt belastet.

In ihrer Fernsehansprache am Mittwochabend dankte Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht nur den Ärztinnen und Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern im Land, sondern explizit auch den Menschen, "denen zu selten gedankt wird".

Die CDU-Politikerin sagte: "Wer in diesen Tagen an einer Supermarktkasse sitzt oder Regale befüllt, der macht einen der schwersten Jobs, die es zurzeit gibt. Danke, dass Sie da sind für ihre Mitbürger und buchstäblich den Laden am Laufen halten." Das gilt in dem Fall vor allem für Frauen. (afp/mf)

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