Mallorca reagiert drastisch auf den "Sauftourismus" während der Coronakrise: Vorerst werden beliebte Lokale am Ballermann dicht gemacht. Dabei halte sich die große Mehrheit der Touristen sehr gut an die Einschränkungen, wie es heißt.

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Mallorca hat die Zwangsschließung aller Lokale der vor allem von deutschen Touristen gern besuchten "Bier-" und "Schinkenstraße" am Ballermann beschlossen. Diese Anordnung gelte zunächst für zwei Monate und trete am Mittwoch mit der Veröffentlichung des entsprechenden Beschlusses im Amtsblatt sofort in Kraft, teilte der balearische Tourismusminister Iago Negueruela in Palma mit.

Hintergrund sind illegale Partys, auf denen in den vergangenen Tagen gegen die Corona-Regeln verstoßen wurde. Am Wochenende hatten Hunderte von Menschen am Ballermann in der Playa de Palma sowie in Magaluf westlich der Inselhauptstadt getrunken, getanzt und gefeiert.

Dabei trugen sie weder Schutzmasken, noch hielten sie den in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern ein. Nach Medienberichten handelte es sich dabei vor allem um Touristen aus Deutschland und Großbritannien.

Zusammenkünfte von Feiernden auf Mallorca

Besonders in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte es demnach sehr besorgniserregende Szenen gegeben. Angetrunkene Besucher hätten unter anderem Straßenhändler umarmt und im dichten Gedränge mit Fremden geflirtet.

Ähnliches Bild auch nach der Verschärfung der Maskenpflicht zum Wochenbeginn: Am Strand des Ballermanns, an Promenaden, auf Party-Booten und in Beachclubs habe es in der Nacht zum Dienstag Zusammenkünfte von Feiernden gegeben, die keine Maske getragen und keinen Abstand gewahrt hätten, schrieb die "Mallorca Zeitung".

Die exzessiven Feiern ohne Schutzmaßnahmen hätten bislang zwar nicht zu einem Corona-Ausbruch geführt, sagte Andreu Serra, Dezernatsleiter für Tourismus des Inselrates von Mallorca, am Mittwoch in Berlin. So habe es sich bei den Vorfällen in der Nacht zum Samstag um isolierte Einzelfälle in zwei Straßen gehandelt. Doch hatte die Regierung nach der Verschärfung der Maskenpflicht bereits neue Maßnahmen zur Bekämpfung gegen den "Sauftourismus" angekündigt.

Mallorca: Auch alle Lokale in der Straße Puerto Ballena in Magaluf dicht

Laut Serra halte sich die große Mehrheit der Touristen aber sehr gut an die Einschränkungen. Die aktuellen Fallzahlen zeigten, dass die strengen Maßnahmen funktionierten, sagte er weiter.

Die Regionalregierung ordnete am Mittwoch auch die Schließung aller Lokale der Straße Puerto Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf an. Das Verhalten einiger weniger Urlauber und Lokalbesitzer dürfe nicht die riesigen Anstrengungen der Menschen auf den Balearen im Kampf gegen die Pandemie aufs Spiel setzen, sagte Negueruela.

Strenge Maskenpflicht auf den Balearen

Nach dem Dekret der Regionalregierung muss man auf den Balearen seit Montag auch dann im Freien Maske tragen, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann. Ausnahmen gelten unter anderem am Strand, an den Promenaden, in der Natur, beim Sport und beim Essen und Trinken.

Allerdings muss dort dann auch der Abstand zu Fremden gewahrt werden. Die vorgesehenen Bußgelder von bis zu 100 Euro für Verstöße sollen allerdings erst ab nächsten Montag verhängt werden. (msc/dpa)

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