Die größten Skandale des Juan Carlos

Juan Carlos von Spanien hat im Laufe seiner Regentschaft für so manche Schlagzeile gesorgt. Dabei ging es zumeist um Geld, Frauen und seinen Hang zu tierischen Abenteuern. Ein Überblick. © spot on news

Die Skandale um Juan Carlos und das spanische Königshaus haben schon vor vielen Jahren begonnen. Man schrieb das Jahr 1956, als Juan Carlos' kleiner Bruder Alfons (links) auf tragische Weise ums Leben kam. Der einzige Zeuge: der damals 18-jährige Juan Carlos, der sich mit seinem 14-jährigen Bruder allein im Zimmer befunden haben soll.
Gegen 20:30 Uhr soll sich Alfons beim Reinigen einer Waffe versehentlich selbst in den Kopf geschossen haben. So wurde es zumindest von der spanischen Botschaft berichtet. Das Skurrile: Der Tod des Jungen wurde offenbar niemals untersucht. Juan Carlos' Vater habe die Waffe anschließend in einen See geworfen und seinen ältesten Sohn schwören lassen, dass es ein Versehen gewesen sei.
So makaber es nun klingen mag, es lässt sich nicht leugnen: Juan Carlos ist ein passionierter Jäger. Schlagzeilen machte der damalige König, als er 2006 in Russland den Braunbären Mitrofan erlegte. Dieser sei ein "gemütlicher und fröhlicher" Bär gewesen, den man laut Jagdbeamten absichtlich mit einem "Gemisch aus Wodka und Honig" gefüttert habe. Berauscht von dem Gemisch sei das Tier leichte Beute für Juan Carlos gewesen.
Seit 1962 ist Juan Carlos mit Sofia von Griechenland verheiratet. Laut dem Biografen Amadeo Martínez Inglés soll der Spanier im Laufe seines Lebens jedoch knapp 5.000 Frauen beglückt haben. Sein Beuteschema: "Groß, blond, schön, mit erotischen Kurven", erzählte Inglés einmal der Zeitschrift "Gala". Auch mit Prinzessin Diana (Bild) habe sich Juan Carlos zweimal heimlich getroffen.
Hat Juan Carlos eventuell noch weitere Kinder neben Sohn Felipe (3.v.l.) und den beiden Töchtern Elena (3.v.r.) und Cristina (2.v.r.) ? Sowohl die Belgierin Ingrid Sartiau als auch der Spanier Alberto Solà Jiménez behaupten, dass ihre Mütter vor Jahren eine Liaison mit dem Ex-König gehabt hätten. Vor Gericht können beide jedoch keine Erfolge feiern. Lediglich ein DNA-Test bestätigt: Sartiau und Jiménez haben zu 91 Prozent ein gemeinsames Elternteil. Doch Juan Carlos bleibt bis heute stur.
Die deutsche Corinna zu Sayn-Wittgenstein (Bild) wurde über Jahre hinweg als Geliebte Juan Carlos' gehandelt. Sie war als Beraterin für den einstigen spanischen König tätig und übernahm für ihn nach eigener Aussage "vertrauliche Missionen". Dumm nur, dass im Jahr 2018 plötzlich alte Tonaufnahmen von ihr aufgetaucht waren, die Juan Carlos schwer belasteten.
Ihren Aussagen zufolge soll Juan Carlos 2012 illegale Geschäfte mit Saudi-Arabien abgewickelt haben. Demnach habe er dem damaligen Staatsoberhaupt eine satte Provision versprochen, wenn dieser spanische Unternehmen für den Bau einer Schnellzugstrecke beauftragen würde.
In puncto Geld hat Juan Carlos noch anderes auf dem Kerbholz. Sein Vater, der 1993 verstorbene Juan de Borbón y Battenberg, soll ihm ein stolzes Vermögen von 7,8 Millionen Euro hinterlassen haben. Die spanische Bevölkerung sowie das Finanzamt schienen davon jahrelang keinen Schimmer zu haben, lag doch das Geld auf drei Konten in der Schweiz. Erst im Jahr 2013 wurde das geheime Vermögen aufgedeckt.
Nicht gerade die feine Art – von keinem der beiden Staatsmänner: Während einer Rede von Spaniens damaligem Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero im Jahr 2007 soll Juan Carlos den damaligen Staatschef Venezuelas scharf angegangen sein. Der Grund: Hugo Chávez (Bild) habe nicht aufhören wollen zu reden. "Warum hältst du nicht die Klappe?", sei es Juan Carlos daraufhin entfahren.
Nicht nur mit Staatsoberhäuptern soll sich Juan Carlos in den vergangenen Jahren angelegt haben. Auch gegenüber seinen Mitarbeitern habe er sich schon so manches Mal herrisch gezeigt. Als ihm sein Chauffeur beispielsweise im Jahr 2012 offenbar nicht nah genug an der Tür des Straßenverkehrsamts parkte – er hatte einen Termin – habe dieser die Rage von Juan Carlos zu spüren bekommen. Es heißt, erst habe der Ex-König wild gestikuliert, dann sei er handgreiflich geworden.
Unbeliebt machte sich Juan Carlos im Jahr 2012 auch aufgrund eines anderen Vorfalls. In Afrika begab sich der spanische Royal auf Elefantenjagd und erlegte in diesem Zuge einen 50 Jahre alten Bullen. Sein Land sowie seine Anhänger wussten davon allerdings nichts. Der geheime Trip geriet nur an die Öffentlichkeit, da sich Juan Carlos bei einem Sturz in Afrika die Hüfte brach und operiert werden musste.
Nachdem Juan Carlos im Juni 2014 abgedankt und seinem Sohn Felipe das Zepter überlassen hatte, ist es deutlich ruhiger um ihn geworden. Zwar trägt er noch immer den Ehrentitel König, in der Öffentlichkeit wolle er nun aber nicht mehr stehen. "Ich denke, dass der Augenblick gekommen ist, um eine neue Seite in meinem Leben aufzuschlagen", heißt es in seiner offiziellen Erklärung Ende Mai 2019.