Fürst Albert und Charlène von Monaco erwarten Zwillinge – der Nachwuchs für das Fürstentum kommt also im Doppelpack. Eines der beiden Kinder wird vermutlich eines Tages Alberts Platz einnehmen - gemäß der patrilinearen Primogenitur. Doch wie funktioniert die Thronfolge in anderen Monarchien?

In Monaco erfolgt die Thronfolge nach dem Prinzip der patrilinearen Primogenitur. Das bedeutet, dass der erstgeborene legitime Nachkomme des Fürsten dereinst den Thron übernehmen wird, wobei männlicher Nachwuchs bevorzugt wird. Daher ist heute Fürst Albert II. das Oberhaupt des Zwergstaats und nicht seine rund ein Jahr ältere Schwester Caroline.

Auch im Falle einer Zwillingsgeburt entscheidet sich die Thronfolge nach Geburtszeitpunkt und Geschlecht: Kommen zwei Jungen zur Welt, wird der Erstgebore Anwärter auf den Thron. Sind die Zwillinge ein Junge und ein Mädchen, dann müsste unabhängig von der Reihenfolgebei der Geburt der Junge in Vaters Fußstapfen treten. Bei zwei Prinzessinnen würde wieder die Erstgeborene Fürstin werden - es sei denn, Albert und Charlène zeugen später noch einen Jungen.

Thronfolge in anderen europäischen Monarchien

In Erbmonarchien kommt die patrilineare Monarchie am häufigsten vor. Wie in Monaco verhält es sich mit der Thronfolge auch im Königreich Spanien, im Fürstentum Liechtenstein oder im Großherzogtum Luxemburg.

Einige Monarchien in Europa haben die Bevorzugung des männlichen Geschlechts inzwischen abgeschafft, da diese Regelung in vielen Staaten als Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip verstanden wird.

So bekommt in Schweden (seit 1980), Norwegen (seit 1990), Belgien (seit 1991) grundsätzlich das älteste Kind den Vorzug in der Thronfolge – ungeachtet seines Geschlechts. Auch in Holland erhält automatisch der oder die Erstgeborene die Königswürde. In Großbritannien sind seit 2013 Söhne und Töchter gleichgestellt. Angesichts der gegenwärtigen Thronfolger Prinz Charles, Prinz William und Prinz George ist dort aber vorerst keine weibliche Monarchin in Sicht.

Mit Material von dpa.