Endlich ist das "Royal Baby" auf der Welt! Lange musste die königliche Familie auf William und Kates Nachwuchs warten - klar, dass jetzt alle das königliche Kind sehen und herzen wollen. Das klingt recht anstrengend - für das Kind! So könnte ein Nachmittag mit der Verwandtschaft ablaufen ...

"The World out there, the Heavens all to sleep, and I am here, a watch with you to keep. Sleep on, sleep on …" Schön wär's! Danke, Paul Mealor. Ich kenn dich zwar nicht, aber dank deines "Royal Baby"-Songs habe ich einen penetranten Ohrwurm. Müde werde ich von diesem sogenannten Schlaflied außerdem auch nicht - und dabei würde ich so gerne wegpennen … die ganzen Leute um mein Bettchen herum gehen mir nämlich ziemlich auf die Nerven.

Oma Middleton zum Beispiel. Die will wohl den Titel als "Beste royale Oma des Jahrhunderts" abstauben. "Heiteitei" hier und "gutschi, gutschi" da. Wenn die mir noch einmal in die Wange kneift, mach ich ein "großes Bäuerchen" auf ihr schickes Kleid, wenn ihr wisst, was ich meine. Ich glaube, Mama ist von Oma Carole auch schon ziemlich genervt. Die ganze Zeit geht's: "Ich zeig Dir, wie das geht. Ich hab schließlich drei Kinder großgezogen!" Aber vielleicht liegt's auch an mir, dass Mami nicht so frisch aussieht. Aber selber schuld, sie wollte ja keine Nanny ...

Dafür finde ich diesen Typen mit den Flammen auf dem Kopf super! Harry heißt er, der ist lustig! Er schneidet immer Grimassen – was gar nicht nötig wäre, denn er sieht so schon lustig genug aus – und erzählt irgendeinen Blödsinn. Da kann ich gar nicht freudig genug vor mich hin glucksen. Ich weiß gar nicht, was Papa dagegen hat! Ständig ermahnt er ihn, wenn er bei mir am Bettchen steht. Das mit den vielen "Ladys" und "Partys" scheint ihm irgendwie nicht zu gefallen … Leider schenkt mir Onkel Harry auch nicht seine ungeteilte Aufmerksamkeit, denn er ist ziemlich mit Tante Pippa beschäftigt. Die ist aber auch echt niedlich - auch wenn sie mit Würmchen wie mir offenbar nicht sonderlich viel anzufangen weiß.

Wer meinetwegen auch noch ein bisschen bleiben darf, sind Opa Charles (Kchkchkch, der auch wirklich zum Schießen aussieht, echt!) und Camilla. Die halten sich höflich zurück und müssen mich nicht dauernd anfassen - im Gegensatz zu Oma Middleton! Ich glaub ja, dass Camilla die andere Oma genauso doof findet wie ich. Allein, weil sie ihr den Titel "Beste royale Oma des Jahrhunderts" streitig machen kann. Wenn's nach mir geht, hat Camilla schon gewonnen …

Gerade sind noch Uroma Elizabeth und Uropa Philip dazugekommen. Da war plötzlich eine ganz andere Stimmung im Raum, das hab selbst ich gemerkt. Auch wenn alle angeblich meinetwegen hier sind, scheint Uroma der Boss des Ganzen zu sein, wenn ich das richtig deute. Versteh ich gar nicht. Ich meine, die ist schon okay, aber auch ganz schön alt und schaut immer ein bisschen streng. Ich glaub, die ist auf Familienfesten ein echter Stimmungskiller.

Nur Uropa Philip traut sich, ab und zu einen Spruch zum Besten zu geben – nur dann merkt man, dass er überhaupt da ist. Dann lachen alle und Uroma wirft ihm einen noch strengeren Blick zu. Er nennt sie "Sausage", kchkch. Dass er ziemlich oft an seinem Whiskey-Glas nippt, findet sie auch nicht so gut. Meine Güte! Wie Onkel Harry so schön gesagt hat, gibt es schließlich immer einen Anlass zum Feiern.

Aber ich will Uroma nicht Unrecht tun. Wenn ihr quietschbunter Hut über meinem Bettchen erscheint und sie auf mich herabschaut, dann werden ihre Gesichtszüge weicher. Ich glaub, die mag mich und ist gar nicht so verknöchert wie sie tut! Nur diese kleinen Tiere, von denen sie eine ganze Horde mitgebracht hat, finden mich wohl nicht so toll. Ständig sehe ich ihre pelzigen Ohren über dem Rand meines Bettchens auftauchen, lautstark springen sie neben mir auf und ab. Nervig, diese kleinen Biester.

So, jetzt reicht's aber! Ich bin hungrig und würde mir gerne noch mal dieses Lied von Paul Mealor anhören. Aber wie werde ich jetzt diese ganze Sippe los? Da hilft nur eins: Weeeeeeeeeeeheeeeeeeeeeeee! Eh, eh eh, weeeeeeeeeheeeeeeeeeeee!

Diese Heulerei funktioniert einfach immer.