Eine Hackergruppe droht, den Quellcode des neuen "Watch Dogs: Legion" zu veröffentlichen - und will einen deutschen Hersteller sogar "vollständig verschlüsselt" haben.

In "Watch Dogs: Legion" sind Hacker die Helden - doch nun scheint Publisher Ubisoft kurz vor der Veröffentlichung des Spiels einer Cyberattacke zum Opfer gefallen zu sein. Das berichtet die Technologie-News-Website "ZDNet".

Demzufolge hätten die Eindringlinge eine Kopie des für 29. Oktober geplanten Open-World-Abenteuers erbeutet und drohen nun mit einer Veröffentlichung des Quellcodes.

Konkrete Forderungen der Hacker und Reaktionen des französischen Publisher gebe es allerdings noch nicht, schreibt "ZDNet". Man gehe aber davon aus, dass die verantwortliche Gruppe, die sich wie eine Ransomware-Software "Egregor" nennt, schlicht auf Geld aus ist. Nach Angaben von "ZDNet" sind als Beweis bereits 20 MByte mit Daten, die vermutlich von Ubisoft stammen, auf dem Darknet-Webportal der Erpresser-Bande aufgetaucht. Es ist jedoch unklar, ob diese Dateien aus dem neuen Spiel oder einem früheren Ableger der "Watch Dogs"-Reihe stammen.

Shooter-Experte aus Deutschland ebenfalls betroffen?

Und Ubisoft scheint nicht allein zu sein: Auch den Frankfurter Entwickler CryTek hat es laut "ZDNet" erwischt - dessen Systeme seien sogar "vollständig verschlüsselt" - jedenfalls sollen das Mitglieder von "Egregor" der US-Version der Technologie-News-Website mitgeteilt haben. Rund 300 Megabyte an geleakten Dateien mit wesentlich mehr Informationen aus der Entwicklung von "Arena of Fate" und "Warface" stützen die Behauptung.

Bislang gibt es noch keine offiziellen Stellungnahmen von Ubisoft oder Crytek zu den vermeintlichen Vorfällen. Allerdings sind Ransomware-Attacken, bei denen Eindringlinge die Daten eines Unternehmens durch Verschlüsselung unbrauchbar machen, keine Seltenheit mehr. Im Juli 2020 wurde der Smartwatch- und Navi-Hersteller Garmin durch einen Cyberangriff lahmgelegt und soll laut "PC Games Hardware" Lösegeld bezahlt haben. Auch andere Firmen wie Netflix, Disney und HBO wurden bereits erpresst.
(tsch)  © 1&1 Mail & Media/teleschau