• Kann man die Geschichte des Wilden Westens mit einem Videospiel erklären?
  • Ein Professor in Tennessee glaubt daran und macht "Red Dead Redemption 2" zum interaktiven Lehrmaterial

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Die "Assassin's Creed"-Reihe hat es vorgemacht: Mit dem "Discovery Tour"-Modus in den neuern Ablegern "Origin" und "Odyssey" kann man historische Epochen per digitaler Zeitreise entdecken.

So lässt sich das Game auch im Sinne eines modernen, multimedialen Geschichtsunterrichts nutzen. Doch mal ehrlich: Wer hätte gedacht, dass auch ein Action-Titel, dessen Gameplay vor allem von Schusswechseln lebt, das Zeug zum Lehrmaterial hat?

Den Beweis tritt der Geschichtsprofessor Tore Olsson von der Knoxville Universität in Tennessee an: Er verwendet "Red Dead Redemption 2" (RDR2), um den Studenten die amerikanische Geschichte hautnah zu veranschaulichen.

Der im Herbst startende Kurs nennt sich "HIUS 282: Red Dead America" und soll laut Professor Tore Olsson "die historische Realität hinter der Rockstar Games-Reihe untersuchen".

"Red Dead Redemption 2": Geschichtsunterricht mit Rockstar Games

Der Akademiker bezeichnet die Rockstar-Spiele zwar als "oft historisch nicht korrekt", dennoch würden sie einige geschichtliche Aspekte der Zeit von 1899 bis 1911 auf versierte Art und Weise thematisieren. Als Beispiele nennt der Professor unter anderem die amerikanische Grenzmythologie und ihre Nachwirkungen, sowie die Ausbreitung des monopolistischen Kapitalismus im Zusammenspiel mit dem Eisenbahn-Schienennetzwerk als Instrument des Machtausbaus von Großunternehmen.

Die "Assassin's Creed"-Discovery-Tour ist bewusst als interaktives Lehrmaterial konzipiert.

Auch die ungleichmäßige Verteilung von Reichtum, die Kolonialpolitik mit ihrer Enteignung der Ureinwohner sowie die Entstehung rassistisch-motivierter Gewalt im Süden würden in "Red Dead Redemption" veranschaulicht.

Einblicke in mexikanische Revolution, Bürgerkrieg und Stimmrecht für Frauen

Des Weiteren würden die Western-Spiele von Rockstar Games Einblicke gewähren in die mexikanische Revolution und ihre Folgen, den Bürgerkrieg, den Kampf um das Stimmrecht für Frauen oder auch die Privatisierung der Exekutive mit der Pinkerton-Detektei.

Die Idee zu seinem ungewöhnlichen Kursangebot kam Tore Olsson nach der Lektüre eines Artikels aus dem Jahr 2019, in dem ein Kollege untersuchte, wie "RDR2" die rassistische Vergangenheit Amerikas thematisiert.

Seine Hoffnung sei, dass der Ansatz, Videospiele als Lehrmaterial zu nutzen, im wahrsten Wortsinn Schule macht - unter anderem, um auch ein jüngeres Publikum neugierig auf den Lernstoff zu machen.  © 1&1 Mail & Media/teleschau

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Ehemalige leitende "Halo"- und "Destiny"-Mitarbeiter haben einen der meist diskutierten Titel der 2000-er digital wiederbelebt: "Six Days in Fallujah". Allerdings unter neuen Vorzeichen: Was früher als plumpe Schießbude im Irak-Krieg geplant war, hat nun den Anspruch, der authentischste Militär-Shooter der heutigen Zeit zu sein, so die Pressemitteilung der Hersteller Highwire Games und Victura. Darüber hinaus will man die militärischen und zivilen Geschichten mit dem nötigen Realismus und Respekt erzählen. Im Ankündigungstrailer kommen unter anderem ehemalige Soldaten zu Wort. Die Zweite Schlacht von Falludscha startete im Jahr 2004, nachdem die Terrororganisation Al-Qaida die Kontrolle über die 50 Kilometer westlich von Bagdad gelegene Stadt im Irak übernommen hatte. © ProSiebenSat.1