In ihrer "Night City Wire"-Show gaben die Entwickler von CD Project Red Einblicke in Story und Gameplay des mit Spannung erwarteten Action-Rollenspiels "Cyberpunk 2077". Der erste Eindruck: Da kommt was Großes auf PC- und Konsolenbesitzer zu!

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Mit der firmeneigenen Streaming-Reihe "Night City Wire" will CD Project Red die Fans von "Cyberpunk 2077" bis zum jüngst auf den November verschobenen Release bei Laune halten. Die erste Episode gewährte Einblicke aus erster Hand in Story, Charaktere, Setting und Gameplay.

Flankiert wurden die Infos von einem neuen spektakulären Trailer sowie einem Teaser für die geplante Netflix-Serie "Cyberpunk: Edgerunners". Alles in allem verdichtet sich der Eindruck, dass "Cyberpunk 2077" genau das wird, was Fans sich erhoffen: eines der Spiele-Highlights des Jahres.

GTA im Jahr 2077?

Nachdem die Optik derart opulent ist, stellt der Trailer "The Gig" gleich zu Beginn klar: Man bekommt hier In-Game-Footage zu sehen, "Cyberpunk 2077" sieht wirklich so gut aus. Das Video erzählt temporeich und actiongeladen wie ein Film aus dem "Heist"-Genre von einem geplanten Coup in Night City - jenem verruchten Mega-Moloch, in der laut Protagonisten "Legenden geboren werden".

Und wie es sich für unterhaltsame Action gehört, laufen die Dinge nicht wie geplant. Straßengangster-Romantik, Autos, Waffen, Frauen, dazu coole Musik und Neonreklame - alles in allem wirkt "Cyberpunk 2077" zumindest in diesem Trailer wie eine Art GTA vor Science Fiction-Kulisse. Wer den anderen CD-Projekt-Dauerbrenner "The Witcher" vor Augen hatte, muss also erst mal umdenken.

Die Szenen aus dem Trailer "The Gig" lassen "Cyberpunk 2077" wirken wie GTA in einer Science Fiction-Kulisse.

In der ersten Episode von "Night City Wire" gewährte Pawel Sasko, Lead Quest Designer, einen Blick hinter die Kulissen von "Cyberpunk 2077": "Was man im Trailer gesehen hat, ist nur der Prolog des Spiels - großartige Dinge passieren also bereits in den allerersten Quests."

Er stellt klar: "Was der Trailer dir zeigt, ist wirklich unsere Bühne - Night City, diese gigantische Stadt, gebaut aus sechs völlig unterschiedlichen Bezirken, die umgeben sind von den Badlands."

Dass Spieler auch das große wüstenartige Areal außerhalb der Stadtmauern erkunden dürfen, ist neu. Diese Badlands sind bevölkert von den Nomaden. Als Spieler kann man in seinem Auto oder Motorrad dorthin fahren. Sasko betont, dass den Entwicklern wichtig war, dass Spieler die Größe der Stadt und ihrer Umgebung spüren.

Die Charaktere

"Als Spieler triffst du Jack, der ist dein Freund", erklärt Sasko. Ziel des Coups sei "eine Pforte zur Unsterblichkeit". Jack stellt einem den Fixer Dexter DeShawen vor. "Dieser ist wichtig in der sozialen Leiter von 'Cyberpunk'", so der Quest-Designer. Denn der Fixer kann, wie der Name verrät, Dinge regeln, Jobs besorgen, Geld einsammeln, den Körper modifizieren.

"Bladerunner" lässt grüßen: die Sci-Fi-Kulisse von "Cyberpunk 2077".

Ebenfalls im Trailer tauchen alte Bekannte und echte Promis auf: Adam Smasher, Cyborg aus "Cyberpunk 2020", muss in "Cyberpunk 2077" seinen Platz in Night City finden. Und auch von Keanu Reeves als virtueller Begleiter Johnny Silverhand gab es neue, wenngleich nur kurze Eindrücke.

Was es mit dem Braindance-Feature auf sich hat

Dass Körper-Tuning eine Rolle in "Cyberpunk 2020" spielt, ist bekannt. Bei speziellen Chirurgen lassen sich übermenschliche Upgrades implantieren. Quest-Designer Sasko betont: "Du verwandelst deinen Körper in das Werkzeug, mit dem du in Night City überlebst."

Ebenfalls eine wichtige Rolle für das Gameplay werden die Braindance-Devices spielen. Die Idee erinnert an den Science-Fiction-Film "Strange Days" von 1995: Ein "BD" (Braindance)-Gerät ist wie eine Virtual-Reality-Brille, die einen nicht nur mit Bild und Ton ins Geschehen eintauchen lässt, sondern auch Tast- und Geruchssinn sowie Gefühle der Person wahrnehmen lässt, welche die gespeicherten Erinnerungen ursprünglich erlebt hat.

Eigentlich dient die Braindance-Technologie dem Entertainment der Zukunft. Statt Kino, Games und Streamingplattformen nutzt man die echten Erinnerungen anderer für die Realitätsflucht aus dem tristen Alltag. Doch der Spieler kann Braindance im "Editor"-Modus nutzen. Das Geschehene lässt sich vor- und zurückspulen wie ein Video. Darüber hinaus lassen sich akustische Details hörbar machen oder Objekte und Personen scannen.

Braindance gefällig? Mit dem Gerät kann man Erinnerungen anderer Menschen erleben.

Diese Analyse dient im Gameplay einer Art Detektiv-Twist, wie ein "Night City Wire"-Einspieler demonstriert: Spieler analysieren das Geschehen wie einen Tatort, um versteckte Hinweise aufzuspüren und Geheimnisse zu lüften, die für den Fortgang der Ereignisse hilfreich sind.

Zudem seien die Braindance-Features eine Art "Schlüsselloch in das Leben der Menschen in Night City", erklärt Senior Quest Designer Patrick Mills.

Netflix-Anime 2022, Spiele-Release ohne Exklusivrechte

CD Projekt Red hat auch die Anime-Serie "Cyberpunk: Edgerunners" angekündigt. Die soll 2022 auf Netflix zur Verfügung stehen. "Wir haben quasi jede Form fiktiver Cyberpunk-Werke verschlungen, egal ob zum Schauen, Lesen oder Spielen. Es ist ein Genre, das so viel Spielraum für Kreativität lässt und es hat uns immens beeinflusst. 'Cyberpunk: Edgerunners' ist unsere Liebeserklärung an Cyberpunk als Ganzes und an animierte Geschichten im Besonderen", erklärte Adam Badowski, Game Director des Computerspiels "Cyberpunk 2077" und Head of Studio von CD Project Red.

Spieler müssen zum Glück nicht bis 2022 warten: "Cyberpunk 2077" soll ab dem 19. November 2020 für PC, PS4 und Xbox One verfübar sein. Einen exklusiven Release-Termin für ein System wird es nicht geben. Gleichzeitig soll das Abenteuer zum Launch der nächsten Konsolen-Generation auf Xbox Series X und PS5 zur Verfügung stehen.

Wer zuvor ein Exemplar für die alte Generation gekauft hat, kann die Next-Gen-Version kostenlos freischalten, wenn die neuen Konsolen erscheinen. Ein weiteres Update, das noch mehr auf PS5 und Xbox Series X zugeschnitten ist, soll 2021 folgen.

Die ersten Eindrücke aus der Preview

Zu den ersten Medien, die "Cyberpunk 2077" anspielen durften, zählt unter anderem "Der Spiegel". Testen konnten die Journalisten den Prolog des Spiels. Zunächst erstellt man einen Charakter, der sich optisch anhand von Merkmalen wie Haarfarbe, Haut und Körperform individualisieren lässt. Selbst der Genitalbereich soll sich den eigenen Wünschen anpassen lassen.

In Rollenspiel-Manier werden Attributspunkte für Aspekte wie Körper, Intelligenz und technische Fähigkeiten verteilt. Auch die Vergangenheit des Charakters V lässt sich aus drei Vitas auswählen. Die Sozialisation wirkt sich schließlich auf den Helden und das Verhalten aus - und in diesem Fall auch auf den Einstieg ins Spiel.

Die Actionszenen sind gelungen, so die ersten Tester.

Schießen, Schleichen und Hacken zählen zu den Grundelementen des Gameplays. "Der Spiegel" schreibt, die interaktive Story und das Gameplay wirkten "bemerkenswert komplex". Gelobt werden "das düster-dystopische Grundgefühl" und die Vielfalt der Wahlmöglichkeiten, wie man Missionen beendet. Im Vergleich zu "GTA V" wirke "Cyberpunk 2077" stärker storygetrieben und weniger wie eine Open-Wold-Sandbox.

Die Kollegen von "Golem.de" loben wiederum die Kämpfe in der Ich-Perspektive und die "schiere Masse an Nebenmissionen und sonstigen Extras" sowie das Crafting und Rollenspielsystem. Selten - so das Fazit - habe man eine derart "detailverliebte und stimmige Welt" in einem Spiel erlebt. (tsch)  © 1&1 Mail & Media/teleschau

Teaserbild: © CD Project Red