• Einem Daten-Leak zufolge behandelt Twitch offenbar nicht alle Streamer gleich.
  • Bei Regelverstößen von populären Streamern drückt die Plattform demnach mitunter beide Augen zu.
  • Zudem zeigen die veröffentlichten Daten, dass Frauen es auf Twitch deutlich schwerer haben, in der Oberliga mitzuspielen.

Mehr Gaming-News finden Sie hier

Was bisher als Vermutung galt, wird nun durch den großen Twitch-Leak vor Kurzem bestätigt: Populäre Streamer auf der Amazon-Plattform genießenbar offenbar Narrenfreiheit und bekamen Sonderrechte eingeräumt. Neben Website-Quellcodes und Einkünfte populärer Entertainer tauchte nun auch eine "Do not ban"-Liste in der Öffentlichkeit auf.

Darauf erwähnt werden Accounts von reichweitenstarken Streamern. Diese sollten, so die interne Twitch-Order, nicht vorschnell wegen jeder kleinen Dummheit gebannt werden, während kleinere Channels gnadenlos abgestraft wurden.

Damit nicht genug: Es gibt offenbar eine zweite Liste mit "do not ban in any circumstances"-Accounts: Streamer-Konten also, die unter keinen Umständen gebannt werden durften. Dass diese Regel unter anderem für den Twitch-Mitgründer und CEO Emmett Shear galt, ist nicht wirklich verwunderlich.

Zur Verteidigung von Twitch könnte man anführen, dass die "Do not ban"-Liste bereits fünf Jahre alt ist. Ob das Unternehmen mittlerweile anders agiert? Dafür gibt es weder Beweise noch Gegenbeweise.

Twitch selbst versichert, dass derartige Listen nicht mehr zum Einsatz kämen und alle User gleich behandelt würden. Zudem würden automatische Systeme Verstöße überwachen.

Twitch: Nur drei Frauen unter den 100 erfolgreichsten Streamern

Auffällig ist aber weiterhin, dass populäre Streamerinnen wie die oft freizügig auftretende Amouranth, die mit bürgerlichem Namen Kaitlyn Michelle Siragusa heißt, nach jedem ihrer Bans einfach wieder weitermachen dürfen.

Seit 2019 hatte die provokante Streamerin, die mehr als eine Million Abonnenten hat, bereits fünfmal Zwangssendepause. Zuletzt am vergangenen Wochenende.

Wer nun aber behauptet, weibliche Content Creators hätten es leichter, hat nicht wirklich Recht: Die geleakten Daten über die Einkünfte der Twitch-Streamer hat vor Augen geführt, dass unter den 100 finanziell erfolgreichsten Streamern sind lediglich drei Streamerinnen befinden: Pokimane, Amouranth und Sintica.

Twitch, Streamer, Leak, do ot ban, Gleichbehandlung, Sexismus, Feminismus, Amouranth
Sexy sells? Mit Hot Tub-Streams haben Twitch-Streamerinnen einen Trick gefunden, die Outfit-Regeln zu überlisten.


  © 1&1 Mail & Media/teleschau