Einer der Gründer von Blizzard will die Branche mit einem eigenen Studio aufmischen. Mike Morhaime, ehemaliger Chef der "WoW"- und "Diablo"-Schmiede, möchte mit Dreamhaven den Fokus auf die Qualität von Games setzen - und nicht auf Gewinnmaximierung.

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Titel wie "Diablo" und "World of Warcraft" machten das 1991 gegründete Entwicklerstudio Blizzard zum Global Player. Bis zum Oktober 2018 verantwortete einer der drei Gründer als Blizzard-Boss das Schicksal des Unternehmens: Mike Morhaime. Seinen Rücktritt begründete er damals so: “Nach vielen Jahren der Arbeit mit einigen der talentiertesten Köpfe der Branche, in denen wir für euch Spiele und Welten erschaffen haben, ist es an der Zeit, dass jemand anderes Blizzard Entertainment leitet. Ich werde diesem Unternehmen, das ich so sehr liebe und bewundere, weiterhin als Berater dienen.” Jetzt will Morhaime wieder aktiv mitmischen - und macht mit großen Plänen von sich reden.

Das Blizzard-Urgestein gründet gemeinsam mit seiner Frau Amy ein eigenes neues Studio. Dreamhaven nennt Mike Morhaime sein ambitioniertes Ziel einer visionären Spieleschmiede. Damit das Studio gleichzeitig an mehreren Projekten arbeiten kann, wird die Entwicklung in zwei Teams aufgeteilt: Moonshot Games soll, so lässt sich zwischen den Zeilen lesen, eher die Mainstream-orientierten großen Titel angehen, während kleinere Games, die wie Indie-Titel frischen Wind in die Branche bringen sollen, unter dem Teamnamen Secret Door produziert werden. Konkrete Infos über einzelne Projekte wurden noch nicht kommuniziert, doch soll der erste Schwerpunkt des Studios im Segment Multiplayer liegen.

Flaggschiffe im "Hafen der Träume"

Gemeinsam mit renommierten ehemaligen Kollegen aus der Blizzard-Ahnengalerie und Spieleprofis von anderen Firmen will Morhaime für Aufsehen sorgen. Apropos alte Wegbegleiter: Dustin Browder, bekannt für seine Beteiligung an Titeln wie "StarCraft 2", "Heroes of the Storm", "Command & Conquer" und "The Lord of the Rings", wird einer der Chefs von Moonshot Games. Eine wichtige Rolle bei Secret Door dagegen soll Designer Eric Dodds spielen, der maßgeblich an Blizzard-Spielen wie "Hearthstone", "World of Warcraft" und "StarCraft" beteiligt war. Auch Chris Sigaty, ehemaliger Produzent bei "Hearthstone" und "Starcraft 2", ist an Bord.

Zum Start soll Mike Morhaimes "Hafen der Träume" als unabhängiger Entwickler tätig werden, man sei aber offen für Investoren, die bei Dreamhaven vor Anker gehen wollen. Das geht aus einem Bericht der "Washington Post" hervor. In dem Artikel wird auch Morhaimes Kritik an seinem ehemaligen Studio deutlich: Je mehr Blizzard seine Unabhängigkeit verlor, desto mehr ging es in seinen Augen nicht mehr in erster Linie um qualitative Games, sondern um das Erreichen von Gewinnzielen. Das will er mit Dreamhaven besser machen.

(tsch)  © 1&1 Mail & Media/teleschau