Anni-Frid Lyngstad wird 75: Erfolge, Krisen und Revivals von ABBA

Anni-Frid Lyngstad feiert am 15. November ihren 75. Geburtstag. Sie war Mitglied der schwedischen Band ABBA, die mit rund 400 Millionen verkauften Tonträgern zu einer der erfolgreichsten Musikgruppen aller Zeiten gehört. Von den Anfängen der Band, ihren größten Erfolgen und der Zeit nach der Auflösung. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Die Band und ihr Manager Stig Anderson (1931-1997, Foto) investierten in verschiedene Firmen und Kapitalanlagen. Es entstand ein intransparenter Mischkonzern, häufig auch das "ABBA-Imperium" genannt. Ende der 1970er versuchten es ABBA sogar im Ölgeschäft. Allerdings hatte sich Anderson hier verspekuliert, was eine Krise mit sehr hohen finanziellen Verlusten auslöste.
Seit ihrer Trennung 1982 tauchen regelmäßig Gerüchte um eine mögliche Wiedervereinigung von ABBA auf - so zum Beispiel im Januar 2016 bei der Eröffnung der von Ulvaeus mitorganisierten Show "Mamma Mia! The Party" in Stockholm. Dort traten die vier Schweden das erste Mal seit 1986 wieder nebeneinander öffentlich auf, ließen sich aber nicht gemeinsam fotografieren. 2019 wurde die Show in London eröffnet, wo Bjorn Ulvaeus einen Cameo-Auftritt in seinem Original-ABBA-Kostüm von 1977 hatte (Foto).
In den 1990ern erlebten ABBA ein Revival in Form von Cover-Versionen diverser Künstler. So brachte das britische Synthie-Pop-Duo Erasure (Foto) 1992 das Mini-Album "Abba-esque" mit den Songs "Lay All Your Love on Me", "Take a Chance on Me", "SOS" und "Voulez Vous" heraus. In Deutschland hielt sich dieses Album in den Charts für insgesamt 19 Wochen auf Platz zwei. In Großbritannien erreichte es Platz eins.
Ein Höhepunkt des ABBA-Revivals war das Musical "Mamma Mia!", das 1999 in London uraufgeführt und 2008 verfilmt wurde. Bisher ging das Musical weltweit in über 150 Städten auf Tournee, unter anderem in New York (Foto). 2005 fand in Stockholm die Premiere der schwedischen Version statt - wo alle vier ABBA-Mitglieder anwesend waren.
Anni-Frid Lyngstad machte nach der Auflösung von ABBA weiter Musik. Ihren größten internationalen Erfolg feierte sie unter dem Namen "Frida" mit dem von Phil Collins produzierten Album "Something’s Going On" (1982). Zuletzt war Lyngstad 2018 auf einer CD des Jazzmusikers Arturo Sandoval zu hören, wo sie auf Spanisch den alten ABBA-Song "Andante, Andante" einsang. Heute lebt sie in der Schweiz.
Auch Björn Ulvaeus machte nach der ABBA-Auflösung weiter Musik und widmete sich unter anderem Musical-Produktionen. Einige entstanden in Zusammenarbeit mit dem alten ABBA-Kollegen Benny Andersson - wie zum Beispiel "Chess" (1986) oder "Mamma Mia" (1999). (Bild: Ulvaeus im Dezember 2013 als Gast bei "Wetten, dass..?".)
Neben den Musicals mit Ulvaeus schrieb und produzierte Benny Andersson nach dem Ende von ABBA mehrere Studioalben mit Schwerpunkt auf schwedischer Volksmusik. Für diesen Beitrag zum Erhalt des Genres wurde er 2008 zum Ehrendoktor der Universität Stockholm ernannt.
2010 wurden ABBA in die "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen. Bei der dazugehörigen Einführungszeremonie am 15. März in New York standen Anni-Frid Lyngstad und Benny Andersson gemeinsam auf der Bühne.
Im September 2012 wurden für Madame Tussauds Wachsfiguren der vier Musiker angefertigt. Die Produktion dauerte etwa vier Monate und kostete umgerechnet etwa 190.000 Euro. Zuerst standen die Figuren in London (von Oktober 2012 bis Januar 2013), dann in Wien (bis Mitte März 2013) und schließlich in Berlin (seit April 2013, Foto).