Franz Kafka: Kaum ein Schriftsteller ist rätselhafter als er. Erst posthum wurde er mit Werken wie "Die Verwandlung" oder "Der Prozess" berühmt. Am heutigen 130. Geburtstag des Autors lassen wir sein Leben Revue passieren.

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Kafka kommt am 3. Juli 1883 in Prag zur Welt. Er ist das erste Kind eines jüdischen Kaufmannsehepaares, das später noch drei Mädchen bekommt. Zwei Brüder sterben bereits im Kleinkindalter. Innerhalb der Familie ist Franz Kafka als einziger Sohn privilegiert. So darf nur er ein deutschsprachiges Gymnasium besuchen und sich seinen Beruf frei wählen.

Er entschließt sich 1901 zu einem Jurastudium, das er 1906 mit einer Promotion beendet. Den Hauptteil seines beruflichen Lebens arbeitet Franz Kafka für die halbstaatliche "Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt" für das Königreich Böhmen in Prag.

Kafka wird erst nach seinem Tod berühmt

Die Arbeit ist für ihn reiner Broterwerb. Denn seine Leidenschaft gilt dem Schreiben. Das früheste erhaltene literarische Werk stammt aus dem Jahr 1904, es heißt "Beschreibung eines Kampfes". Vermutlich hat Kafka schon vorher geschrieben, denn er zerstört später einen Großteil seiner frühen Werke. Eigentlich will Kafka sogar, dass sein Freund Max Brod nach seinem Tod all seine literarischen Werke vernichtet.

Hätte der Freund diesem Wunsch entsprochen, würde der Name Franz Kafka heute wohl kaum jemandem etwas sagen. Denn in der Tat veröffentlicht er zu Lebzeiten nur sehr wenige, meist kurze Werke, die kaum Aufmerksamkeit finden. Viele Texte, darunter auch seine heute bekanntesten, sind eigentlich unfertige Fragmente. Dazu gehört auch "Der Prozess".

Bis zu seinem 31. Lebensjahr wohnt Franz Kafka noch zu Hause bei seinen Eltern. Sein Leben verläuft in geregelten Bahnen, dennoch fühlt er sich zeitlebens unwohl in Prag und glaubt, seiner Familie etwas schuldig zu sein. Auch in der Liebe hat er kein Glück - eine dauerhafte Bindung an eine Frau gelingt ihm nicht.

Kurzes Leben, großes Werk

Im Jahr 1917 erkrankt der junge Mann an Tuberkulose und muss schließlich seine Arbeitsstelle aufgeben. Viele Kuraufenthalte, auch in Deutschland und Italien, folgen in den kommenden Jahren. Mit nur 40 Jahren, am 3. Juni 1924, stirbt Kafka schließlich in einem Sanatorium bei Wien.