Lieber Kanye,

Eine Kolumne
von Christian Schommers

dass Du ein bisserl überspannt warst und bist, das wussten Deine Fans ja schon.

Exzentrisch, leidenschaftlich, ein unruhig tänzelndes, nervös schnaubendes Rennpferd. Immer gespannt wie ein Pfeil kurz vor dem Abflug, ein Künstler halt! Dass sowas aber auch mal im Krankenhaus und in Krankheit enden kann, wissen wir, Deine Fans, jetzt.

Schlafmangel, Dehydration, Stress – dieses Gemisch reicht schon, um sensible Seelen wie Deine zu sprengen. Und sowas in der Richtung ist Dir mit nur 39 Jahren passiert. Albträume wegen des Überfalls auf Deine Frau Kim, dauernde kreative Herausforderungen, stets übertrieben hohe Ansprüche an Dich selbst – das kann sich dann zu dem verdichten, was Du jetzt hast: eine Psychose. Zuerst hieß es, Du hättest Angstzustände, daraus wurde dann Verfolgungswahn. Schon einige Zeit wunderte man sich über Dein erratisches Verhalten, Deine etwas wirren Äußerungen. Und dann, am 21. November bei einem Konzert in Sacramento, bist Du zusammengebrochen und – in Handschellen – ins Krankenhaus eingeliefert worden. Dein Leibarzt, so BILD unter Berufung auf das Promi-Portal TMZ, hat selbst den Notruf angerufen und vom unberechenbaren Verhalten seines Schutzbefohlenen berichtet. Deswegen wohl die Handschellen.

Die Diagnose der Weißkittel: temporäre Psychose durch den oben aufgeführten Stress-Cocktail. Totale Erschöpfung! Burn out! Nix mit zwei drei Tage pennen und alles ist wieder im Lot. Deine "Saint Pablo"-Welttournee wurde abgesagt. Kim, die gerade nach New York unterwegs war, um zum ersten Mal nach dem Paris-Überfall wieder vor die Öffentlichkeit zu treten, kam postwendend zurück und weicht seitdem nicht mehr von Deiner Seite. Sie hält alles von Dir fern, was Dich aufregen könnte. Fans. Anrufe. Genesungswünsche ... "Sie ist die ganze Zeit im Krankenhaus. Kim (...) gibt auf ihn Acht und passt auf, dass er sich nicht aufregt und sich ausruht und erholt", wird ein Insider vom OK Magazin zitiert. Sie soll Dich sogar füttern und bei Dir im Zimmer schlafen.

Wie gut, dass Du in einem solchen Moment Familie hast und eine Frau, die sich rührend und aufopferungsvoll um Dich kümmert. Wenn diese schwarzen Wolken über einem hängen, sind Liebe und Familienbande das Prinzip Hoffnung, das Licht am Ende des Tunnels, in dem Du gerade herumirrst.

Auch von dieser Stelle ein "Get well soon & good luck".   © top.de