20 Jahre ist es her, seitdem Jim Carrey und Jeff Daniels mit "Dumm und Dümmer" Kinohumor auf ein ganz neues Niveau senkten. Der Film war laut, chaotisch, unanständig, anstößig - und einfach großartig. Jetzt kehren sie mit der Fortsetzung "Dumm und Dümmehr" zurück und es hat sich bei ihnen kaum etwas verändert. Nur leider wirken die Witze heute wesentlich harmloser.

20 Jahre sitzt Lloyd Christmas (Jim Carrey) schon in einer psychiatrischen Anstalt. Sein bester Freund Harry Dunne (Jeff Daniels) hat sich all die Jahre rührend um ihn gekümmert - und dann stellt sich heraus, dass alles nur einer von Lloyds Gags war. So starten die beiden an alter Wirkungsstätte und mit den gleichen Klamotten wie bei "Dumm und Dümmer" in ein neues Abenteuer.

Jim Carrey hat in "Dumm und Dümmehr" eine geniale Spielidee.

Auf der Jagd nach einer Spenderniere

Harry braucht dringend eine Spenderniere, sonst hat er nicht mehr lange zu leben. Seine Eltern (ein kleines asiatisches Pärchen) müssen ihm gestehen, dass sie ihn als Kind adoptiert haben und Lloyd ziert sich, das Organ zu spenden. Letzte Hoffnung ist eine vermeintliche Tochter, die Harry vor 20 Jahren gezeugt haben könnte - die wohnt aber am anderen Ende des Landes. Lloyd und Harry machen sich auf den Weg und geraten in eine aberwitzige Geschichte um einen genialen Forscher, seine hinterhältige Ehefrau und deren brutalen Geliebten.

Jim Carrey und Jeff Daniels haben in den letzten 20 Jahren bemerkenswerte Karrieren gemacht. Sie haben gezeigt, dass sie auch in anspruchsvollen Rollen bestehen können (Carrey zum Beispiel in "Vergiss mein nicht" und Daniels in "The Newsroom"). Hier dürfen sie mal wieder hemmungslos die Sau rauslassen. Sie haben auch sichtlich Spaß daran, so dass Fans des ersten Teils nicht enttäuscht sein werden. Es gibt auch so manches Wiedersehen - etwa mit dem blinden Nachbarjungen im Rollstuhl oder einer gewissen Fraida Felcher, über die sich die beiden Freunde in Teil eins schon unterhalten.

"Dumm und Dümmehr" tut alles, um den Brachialhumor seines Vorgängers wieder aufleben zu lassen und ist damit über einzelne Strecken auch recht erfolgreich. Nur leider ist das Niveau im Kino und vor allem im TV inzwischen allgemein so gesunken, dass man mit Furz- und Penis-Witzen kaum noch jemanden wirklich schockieren kann. Wer weiß: Vielleicht würde der erste Teil auch nicht seine anarchische Wirkung entfalten, würde man ihn sich heute zum ersten Mal ansehen. So ist dieser Film ein nettes Schmankerl für die Fans von damals - mehr aber leider nicht.

"Dumm und Dümmehr" läuft ab dem 13. November in den Kinos