Gigantisch große Linien im Sand, geometrische Formen und Gitter: Merkwürdige Google-Earth-Aufnahmen aus China rufen Verschwörungstheoretiker auf den Plan. Was verbirgt die Volksrepublik in der Wüste Gobi?

Wer via Google Earth das chinesische Hinterland unweit der Mongolei überfliegt, stößt auf ungewöhnliche geometrische Muster auf der Erdoberfläche.
Sie sind riesig: Das größte misst 30 mal vier Kilometer, besteht aus feinen Linien und ähnelt einem Gitternetz (Link zu Google Earth).

Ein anderes ist ein 1,7 mal 1,4 Kilometer großes Rechteck, durchzogen von weißen Linien, die Dreiecke und Rechtecke formen (Link zu Google Earth).

Fahrzeuge ohne Straßen, Landebahnen und seltsame Flugzeuge

Auch eine kreisförmige Erhebung ist sichtbar, mit einem Durchmesser von 300 Metern (Link zu Google Earth). Bizarr ist das Beiwerk: Früher sah man bei Google Earth in der Mitte des Kreises vier Militärflugzeuge stehen.

Doch nun sind es am selben Fleck nur noch drei Maschinen. Außerdem parken dort mehrere große Fahrzeuge. Befestigte Straßen allerdings gibt es weit und breit nicht.
Dafür aber in der Umgebung zwei weitere Muster, die an eine Start- und Landebahn erinnern (Link zu Google Earth). Eine leuchtet scheinbar ungewöhnlich hell. Drumherum befinden sich mehrere Gebäude und etwas, das ein Hubschrauberlandeplatz sein könnte. Flugzeuge stehen dort aber nirgendwo.

Geheimes militärisches Sperrgebiet oder Radaranlagen-Tests?

Die Satellitenaufnahmen aus China bieten viel Raum für Spekulationen. Kein Wunder, dass die Gerüchteküche im Internet kocht. Sind die unzähligen Linien im Sand Schleichwege für Roboterautos? Handelt es sich um ein geheimes militärisches Sperrgebiet? Testen die Chinesen dort etwa neue Kampfflugzeuge, Artillerie und Radaranlagen? Oder kalibrieren sie ihre Satelliten.

Eigentlich ist aber längst bekannt, was hinter dem Geheimnis steckt. Denn längst haben Journalisten die Gegend bereist und sogar darüber berichtet. Der Artikel in einer chinesischen Zeitung beschreibt die Region als Testgelände, mit Flughäfen und kleinen Städten. Die Überschrift allerdings ist ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker: "Besuch des Staatlichen Testschuss-Gebietes: Die geheime 'Area 51' Chinas" heißt sie.

Geheime Alien-Experimente in den USA und China?

Die ursprüngliche Area 51 in der US-Wüste Nevadas war schließlich jahrzehntelang ein sagenumwobenes Geheimnis. Erst 2013 hat die CIA bestätigt, dass es das militärische Sperrgebiet wirklich gibt. Dort testen Air Force und US-Verteidigungsministerium nach offiziellen Angaben neue Flugzeuge.

Doch in Wahrheit, so glauben manche, haben die Amerikaner dort Experimente mit Außerirdischen gemacht. Die Beweise und die Ufos werden angeblich weiterhin versteckt.

Womöglich dient das chinesische Pendant zur Area 51 ja ebenso der Erforschung von Aliens, wie Verschwörungstheoretiker im Internet vermuten. Schließlich hätten die Flugzeuge, von denen zuerst vier und dann nur noch drei zu sehen sind, eine sehr ungewöhnliche Form - auch wenn die Silhouetten doch sehr an veraltete MiGs von Typ 17 oder 19 erinnern.

Die Linien im Sand werden unter dieser Annahme als Botschaften interpretiert, welche die extraterrestrischen Lebewesen aus dem All erkennen können.

Was zu sehen ist und was dahinter steckt

China verrät offiziell nicht viel über die Aktivitäten auf dem Gelände – immerhin aber, dass dort 2.200 Experimente mit Bomben und Raketen durchgeführt wurden. Angeblich soll das Testgelände 1958 in enger Zusammenarbeit mit den Sowjets entstanden sein.

Zu den Satellitenaufnahmen erklärten Vertreter des chinesischen Militärs ziemlich vage: "Was zu sehen ist, ist das eine. Was sich dahinter verbirgt, ist etwas anderes." Was natürlich die Verschwörungstheoretiker in ihrer Meinung bestätigt, dass auf dem Gelände geheimes vor sich geht.

Das Stonehenge von Deutschland: So werden die riesigen, aufrecht stehenden Externsteine im Teutoburger Wald auch genannt. Für die einen sind sie ein beeindruckendes Naturdenkmal, für die anderen ein mythischer Kraftort. Seit Jahrtausenden gelten sie für verschiedene Gruppen als Kultstätte – unter anderem für Heiden, Mönche, Nazis und Esoteriker.