Ist Mesut Özil die Reinkarnation von Enzo Ferrari? Wieso gibt es merkwürdige Verbindungen zwischen Jimi Hendrix und Georg Friedrich Händel, und was hat die Zahl 129 mit Adolf Hitler und Napoleon Bonaparte zu tun? Die Geschichtsbücher stecken voller kurioser Zufälle.

In welcher Verbindung stehen Napoleon und Hitler, Jimi Hendrix und Georg Friedrich Händel, Mesut Özil und Enzo Ferrari sowie Abraham Lincoln und John F. Kennedy zueinander? Auf den ersten Blick wohl in gar keiner. Auf den zweiten aber schon. Im Lauf der Geschichte tauchen immer wieder merkwürdige Parallelen und Zufälle auf.

Man muss nur die Lebensdaten von Menschen und historische Ereignisse genau unter die Lupe nehmen. Plötzlich tun sich Gemeinsamkeiten auf. Dann kann sogar eine Fiktion aus einem Buch zur Wahrheit werden.

Die Vorhersage des Untergangs der Titanic

1898 erschien der Roman "Titan" von Morgan Robertson. Wirklich bekannt wurde die "Liebesgeschichte auf hoher See" erst 14 Jahre später, als ein Schiff mit einem ähnlichen Namen sank und 1.500 Menschen starben. Der Untergang der Titanic ist eine der größten Seefahrt-Katastrophen der Geschichte. Kann es sein, dass Robertson das Unglück vorausgesehen hat?

Mysteriös: Ihr Blut ließ mehrere Menschen in Ohnmacht fallen.


Das echte und das fiktive Schiff durchquerten den Atlantik im April, wenngleich in entgegengesetzter Richtung. Beide galten als unsinkbar, kollidierten aber mit einem Eisberg und gingen unter. Bei beiden Ereignissen starben viele Passagiere, weil nicht ausreichend Rettungsboote an Bord waren. Unglaublicher Zufall? Oder wie konnte der Autor bloß die Zukunft vorhersagen?

Sehr wahrscheinlich tat Morgan Robertson das nicht. Oft lassen sich Autoren durch Ereignisse im echten Leben inspirieren. Das könnte auch bei "Titan" der Fall gewesen sein. Denn seltsamerweise sank bereits 1880 ein Schiff im Nordatlantik – ebenfalls nach dem Zusammenprall mit einem Eisberg. Sein Name: Titania. Das erklärt Robersons Roman, die Parallelen der beiden Unglücke sind dennoch verblüffend.

Napoleon, Hitler und 129 Jahre dazwischen

Kuriose Parallelen gibt es auch im Leben mehrerer historischer Persönlichkeiten. Ein Beispiel dafür sind Napoleon Bonaparte und Adolf Hitler. Beide empfanden sich als militärische Genies. Als solche wollten sie ganz Europa erobern und regieren. Doch Russland war für beide Feldherren die Endstation – und zwar jeweils acht Jahre nach ihrer Machtübernahme.

Es gibt aber zusätzlich eine Zahl, die bei Vergleichen zwischen den beiden merkwürdig oft auftaucht, die 129.
Napoleon wurde 1804 zum Kaiser der Franzosen gekrönt; Hitler wurde 1933 Reichskanzler – dazwischen liegen 129 Jahre.

1809 näherte sich Napoleon Wien; 1938 verkündete Hitler in Wien den Anschluss Österreichs an das nun Großdeutsche Reich. Auch dazwischen liegen 129 Jahre. Für Napoleon begann der Krieg in Russland 1812, für Hitler 129 Jahre später: 1941. Und auch in puncto Niederlage gibt es eine Parallele. 1815 verlor Napoleon die Schlacht von Waterloo gegen Preußen und Großbritannien. 1944 landeten alliierte Truppen in der Normandie und legten damit den Grundstein für den Sieg gegen Hitler. Auch zwischen diesen beiden Ereignissen liegen kurioserweise 129 Jahre.

Franz Joseph betrog seine Frau und diese ließ sich ein Tattoo stechen.

Das Lincoln-Kennedy-Rätsel

Verblüffende Ähnlichkeiten gibt es auch zwischen den beiden US-Präsidenten Abraham Lincoln und John F. Kennedy. Zum Beispiel wurde ersterer 1860 Präsident und Kennedy 1960. Im Lebenslauf der beiden Männer gibt es derart viele Parallelen, dass eine eigene Bezeichnung dafür erfunden wurde: das Lincoln-Kennedy-Rätsel.

Ums Leben gekommen sind beide Präsidenten bei Attentaten an einem Freitag. Die Mörder benutzen jeweils eine Schusswaffe und trafen ihre Opfer am Kopf. Das Attentat auf Lincoln fand im Ford-Theater statt. Kennedy fuhr in einem Ford des Typs Lincoln, während die Schüsse auf ihn fielen. Die mutmaßlichen Mörder kamen jeweils aus den Südstaaten und wurden vor den Gerichtsverhandlungen selbst getötet.

Wahr ist auch: Beide Staatsmänner waren für ihre Zeit überdurchschnittlich groß: Kennedy 1,83 Meter und Lincoln sogar 1,93 Meter. Bei letzterem sorgte angeblich eine seltene Erbkrankheit für das Wachstum. Auch Kennedy kämpfte mit einer: Morbus Addison, das für eine Unterfunktion der Nebenniere sorgt.

Ein merkwürdiger Zufall ist auch, dass die Nachfolger beider Präsidenten Johnson hießen. Andrew Johnson wurde 1808 geboren und folgte auf Lincoln. Der 1908 geborene Lyndon B. Johnson wurde nach Kennedy Präsident.

Özils Doppelgänger

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Künstlerin Marina Amaral begeistert sich für Geschichte und Photoshop - das sieht man auf ihren Bildern. In aufwändiger Kleinarbeit verleiht sie historischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen Farbe. Wir zeigen die Highlights. Mehr gibt es auf www.marinamaral.com.

Manchmal regen auch Todes- und Geburtstage zu Spekulationen an. Erst recht, wenn noch etwas anderes dazukommt, das seltsam erscheint. Manchmal sehen sich Menschen sehr ähnlich, obwohl es keine offensichtliche Verbindung zwischen ihnen gibt. Ein Beispiel dafür sind der Ferrari-Gründer Enzo Ferrari und Fußballstar Mesut Özil.

Was hat es mit diesen vermeintlichen Doppelgängern auf sich? Ist Özil die Reinkarnation Ferraris? Das behaupten viele, nachdem sie Todes- und Geburtstag vergleichen: Ferrari starb am 14. August 1988, Özil wurde am 15. Oktober 1988 geboren. Doch Buddhisten gehen davon aus, dass der Geist eines Verstorbenen schon bei der Empfängnis in den werdenden neuen Körper eintritt. Es müssten also mindestens neun Monate zwischen dem Todes- und Geburtsdatum liegen, damit Özil die Wiedergeburt Ferraris sein könnte.

Musikalische Nachbarn

Kurios klingt auch die Geschichte dieser Beinah-Nachbarschaft: In London lebten zwei Musik-Genies quasi Tür an Tür: Georg Friedrich Händel und Jimi Hendrix. Allerdings trennten sie gut 200 Jahre. Der deutsche Komponist wohnte von 1723 bis zu seinem Tod 1759 in der Brook Street 25. Jimi Hendrix lebte mit Unterbrechungen von 1968 bis 1969 im Nachbarhaus Brook Street 23.
Beide machten sogar Bekanntschaft miteinander. Hendrix besaß mehrere Schallplatten von Händel. Und dieser soll den Rockmusiker als Geist aufgesucht haben. Das behauptete jedenfalls Hendrix in einem Interview. Heute verbindet die beiden unterschiedlichen musikalischen Welten ein Museum: das "Handel & Hendrix London".