Zweimal war der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt bereits mit seiner Bewerbung für die Welterbeliste gescheitert. Diesmal findet ein Antrag nach langer Debatte bei der Welterbekonferenz Zustimmung.

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Der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt ist zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt worden. Das Welterbekomitee stimmte der deutschen Bewerbung am Sonntag bei seiner Sitzung in Bahrain zu.

Die Entscheidung fiel nach einer mehr als einstündigen spannungsgeladenen Diskussion. Sie kam überraschend, weil der Weltdenkmalrat Icomos keinen außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte erkennen konnte und deshalb eine Ablehnung empfahl.

Pracht des Doms sei offensichtlich

Während der intensiv geführten Debatte sprach sich aber die Mehrheit der 21 Mitglieder des Welterbekomitees für die Bewerbung aus. Die Pracht des Doms sei klar offensichtlich, sagte der Vertreter Australiens.

Am Ende fand ein Entwurf Zustimmung, der von den Vertretern des Inselstaates St. Kitts und Nevis vorgelegt worden war und die Aufnahme des Doms auf die Welterbeliste vorsah.

Unter den deutschen Vertretern brach nach der Entscheidung Jubel aus. Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich, dankte dem Komitee für die Unterstützung. Der Naumburger Dom sei eine wichtige Ergänzung der Welterbeliste der Unesco.

Die Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, zeigte sich erfreut. Die Einschreibung in die Welterbeliste unterstreiche, dass der Naumburger Dom ein Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft sei, sagte sie. "Er steht in einer Reihe mit den Kathedralen von Amiens in Frankreich, Modena in Italien und Burgos in Spanien."

Es war das dritte Mal, dass sich die Stätte um einen Eintrag in die Welterbeliste beworben hatte. Zweimal war die Aufnahme des Naumburger Doms samt der hochmittelalterlichen Kulturlandschaft an Saale und Unstrut vergeblich beantragt worden, zuletzt im vergangenen Jahr in Krakau. Diesmal galt die Bewerbung dem Dom alleine.

Zählt zu bedeutendsten Kathedralbauten des Hochmittelalters

Der Naumburger Dom St. Peter und Paul wurde im 13. Jahrhundert geschaffen und wird zu den bedeutendsten Kathedralbauten des europäischen Hochmittelalters gezählt.

Berühmt sind die vom "Naumburger Meister", einem bis heute unbekannten Steinbildhauer, geschaffenen zwölf Stifterfiguren in der Kathedrale, die zu den wichtigsten Kunstwerken der Epoche gehören.

Der Weltdenkmalrat Icomos war jedoch zu dem Schluss gekommen, dass bereits herausragendere vergleichbare Bauten auf der Unesco-Welterbeliste stehen.

Die Stifterfiguren allein reichten ihm für eine Aufnahme nicht aus. Dieser Argumentation widersprachen mehrere Mitglieder des Komitees.  © dpa

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