Die Hilfsbereitschaft der Deutschen in der Flüchtlingskrise bleibt ungebrochen - dieser Fall ist jedoch besonders außergewöhnlich: Ein schwules Paar aus Berlin nahm 24 Flüchtlinge bei sich auf. Auf Facebook ziehen die beiden Männer nun ein ergreifendes Zwischenfazit.

24 Flüchtlingen hat Dirk Voltz, gemeinsam mit seinem Partner Mario, in Berlin ein vorübergehendes Zuhause gegeben. Nach vier Monaten zieht er - auf Facebook öffentlich einsehbar - eine Bilanz.

... aber die Nackte ein Problem? Protest gegen Facebook-Regeln.

Seine Erfahrungen mit den Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak sind rundum positiv. Einen einzigen negativen Aspekt hat er ausgemacht - von dem er mit einem Augenzwinkern berichtet: Seine neuen Freunde benötigen grundsätzlich viel zu viel Salz und Zucker. "Da lohnt dann auch gerne mal ein Einkauf bei Metro."

Von Angst oder gar Hass gibt es hingegen keine Spur. "Kein Muslim da gewesen, der uns im Schlaf abmurksen wollte. Keiner, der uns beschimpft, weil wir als Männer zu zweit ein Bett teilen. Niemand weit und breit, der die Scharia dem deutschen Grundgesetz vorziehen würde. Keiner da gewesen bislang, der nicht bereut, seine Heimat verlassen zu haben", schreibt Voltz.

"Morddrohungen auf der Straße" - von Nachbarn

Nur mit Mitmenschen oder Nachbarn machten die Berliner richtig schlechte Erfahrungen: "Die wahre Enttäuschung kommt für uns in Form von gemeinen SMS, über Morddrohungen auf der Straße oder über die beleidigenden Briefe an der Haustür. Oder auch einfach von Schulfreunden, die lieber die AfD zitieren, jammern und sich selbst bedauern."

Das passt zu einer Stimmung, in der Menschen gezielt Lügen über vermeintliche Straftaten von Flüchtlingen verbreiten. "Anstatt mit anzupacken, wird rum geheult, als gäbe es kein Morgen mehr", schreibt Voltz. "Wacht endlich auf!"

Er zieht in seinem Posting ein bewegendes Fazit: Sein Leben habe sich durch die Erlebnisse mit den Flüchtlingen für immer verändert. "Ob wir je zurück zu einem 'normalen' Alltag finden, wissen wir noch nicht." Seine Probleme von einst scheinen ihm heute eher unwichtig zu sein: "Was interessiert mich das Luxus-Geschwätz von gestern?"

Alle Informationen zur Flüchtlingskrise in Europa finden Sie hier.

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