Wiesbaden (dpa/tmn) - Die kalten Tage sind da, die Wintermäntel werden angezogen. Oft tun es noch die Stücke der vergangenen Saison, denn ein Mantel wird für viele Jahre gekauft. Wer jetzt aber Shoppen gehen will, beachtet am besten ein paar Tipps.

Es gibt modische Kleidungsstücke, die kauft man sich einfach so, quasi im Vorbeigehen. Und dann gibt es Stücke, bei denen man besonders sorgfältig auswählt, bevor man sich entscheidet. Dazu gehört der Wintermantel. Kein Wunder: Immerhin ist er treuer Begleiter durch die kalten Monate und kommt dann fast jeden Tag zum Einsatz. Darauf sollten Käufer achten:

Eines der Hauptkriterien für den Kauf eines Wintermantels ist natürlich die Qualität. Er soll auch noch gut aussehen, wenn er von November bis März im Dauereinsatz war. Dabei kommt es entscheidend darauf an, wozu man den Mantel benötigt: Ein Coat für den Berufsalltag in der City muss ganz andere Voraussetzungen erfüllen, als einer mit dem man bei Wind und Wetter draußen an der frischen Luft sein möchte.

Darüber hinaus sollte ein Wintermantel zur eigenen Figur passen, kleine Schwächen kaschieren und Stärken betonen. "Wer klein und kräftig gebaut ist, sollte vor allem auf streckende, schmale Schnitte achten und auf flauschige Materialien verzichten, weil sie schnell auftragen", erklärt die Stilberaterin Katharina Starlay aus Wiesbaden. Ihre Kollegin Lydia Maier aus Starnberg in Bayern ergänzt: "Doppelreihige Knopfleisten und Längsnähte sind für diesen Figurtyp ideal." Von quer verlaufenden Nähten sollten die kleinen, kräftig gebauten Frauen die Finger lassen, ebenso von auffallenden Mustern.

Ganz anders verhält es sich natürlich bei den großen, schlanken Frauen. Sie können auch die aktuellen Flauschmäntel tragen, ebenso auffallende Dessins, wie die in diesem Winter so angesagten, plakativen Karos. "Auch hier muss allerdings das Drumherum stimmen", erläutert die Modeexpertin Maria Hans aus Hamburg. "Eine schmal geschnittene Hose beispielsweise gleicht einen voluminös wirkenden Mantel aus."

Lydia Maier findet: "Große, schlanke Frauen mit schmalen Schultern haben zudem noch eine weitere Möglichkeit, die Figur zu optimieren: durch Schulterpolster oder Schulterriegel, die diesen Bereich betonen und dadurch ausgleichend wirken." Wer schmale Schultern, zugleich aber weibliche Hüften hat, sollte auch die Schulterpartie betonen.

"Auch große Krägen und drapierte Schals funktionieren bei diesem Figurtyp prima", sagt die Stilexpertin Starley. "Einer der aktuellen Kurzmäntel dagegen ist hier nicht immer optimal - vor allem dann nicht, wenn er an der breitesten Stelle der Hüfte endet." Besser passten diesem Figurtyp längere, streckende und nicht zu enge Schnitte mit großzügigen Krägen.

Auch Oversized-Modelle bleiben im Trend. Hier aber gehen die Meinungen über deren Tragbarkeit auseinander: Während viele Modeexperten kleinen Frauen von diesem Mantel abraten, ist für Maria Hans entscheidend, was man dazu kombiniert: "Wichtig ist natürlich, dass man einen Oversized-Mantel in der eigenen Größe kauft - und nicht zu einem größeren Modell greift", sagt sie. "Wenn dazu schmale Hosen und Stiefel mit High Heels kombiniert werden, kann dieser Look auch bei kleinen, zierlichen Frauen gut aussehen."

Eine Spielart dieses Manteltyps ist das Eggshape-Modell: Der Name leitet sich von der Silhouette ab, die wie ein Ei geformt ist. Diese ungewöhnliche Form sieht besonders gut bei knabenhaft-schlanken Frauen mit wenig Taille und Busen aus. Wer eine sehr weibliche Figur hat, sollte Abstand von diesem Typ nehmen - denn dabei sitzt das Volumen genau in der Körpermitte. Das Schöne an der aktuellen Mantelmode für die kalte Jahreszeit ist aber: Es gibt so viele verschiedene Formen, dass wirklich jede Frau ihren passenden Begleiter finden kann.

Tipps zum Mantelkauf für den Mann

Auch der Mann kann in diesem Herbst und Winter ein Mantelmodell aus einer großen Auswahl an Schnitten wählen. "Der modisch orientierte Mann findet sich in kürzeren und oft stärker auf Figur geschnittenen Trenchcoats oder Anorak-Typen wieder, die meist in dunklen Farben wie Schwarz, Grau, Marine sowie in Schlamm gehalten sind", erklärt Stilberaterin Katharina Starlay. "Parkas haben öfter auch einen Kragen aus Webpelz. Stepp findet sich als Element an Taschen und Nähten, Riegeln und Krägen.

Wichtig ist für den Mann: "Wer ziemlich breite Schultern hat, dem steht ein Mantel mit Raglanärmeln deutlich besser als ein Modell, das die Schultern noch betont, etwa durch Riegel", nennt Modeberaterin Lydia Maier eine Stylingregel. Raglanärmel zeichnen sich dadurch aus, dass die Naht diagonal von der Achsel zum Hals verläuft und nicht senkrecht.

Weitere Faustregeln: Je größer der Mann, desto länger darf der Mantel sein. Ein auffallender Kragen ist nichts für kleine Männer, und ein sportlicher Parka sollte nicht zum eleganten Anzug getragen werden. "Was allerdings durchaus geht, ist eine Cabanjacke zum Anzug", sagt die Stylistin Maria Hans aus Hamburg. Darunter versteht man eine lange Jacke, die Seeleute der Marine früher getragen haben.© dpa