Die östliche Ägäis ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Auf den Straßen sei während des etwa 30-sekündigen Bebens Panik ausgebrochen. Gebäude stürzten ein. Es kam zudem zu Mini-Tsunamis, vor denen weiterhin gewarnt wird. Mindestens 14 Menschen starben und weitere 419 seien verletzt worden. Die EU bietet ihre Hilfe an.

Mehr Panorama-Themen finden Sie hier

In der östlichen Ägäis hat es ein starkes Erdbeben gegeben. Es hat Tote und Verletzte gefordert. Dies teilte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca auf Twitter mit. Die Zahl der Toten ist auf mindestens 14 gestiegen - weitere 419 Menschen seien nach ersten Erkenntnissen verletzt.

Das Zentrum des Bebens habe in der Ägäis vor der türkischen Provinz Izmir und der griechischen Insel Samos gelegen, berichteten türkische und griechische Medien am Freitag. Sie stuften seine Stärke etwas niedriger ein als die US-Erdbebenwarte USGS. Sie gab die Stärke des Bebens mit 7 an.

Erdbeben in der Ägäis
Ein schweres Erdbeben in der Ägäis erschüttert die Westtürkei und die griechische Insel Samos.

Das Beben lag nach ersten Erkenntnissen sehr nah an der Oberfläche. Auch soll es mit rund 30 Sekunden Dauer außergewöhnlich lang gewesen sein, wie das Rathaus von Samos mitteilte.

Für einige Verschüttete kommt jede Hilfe zu spät

Der Bürgermeister der Stadt Izmir, Tunç Soyer, berichtete im Sender CNN-Türk von knapp 20 eingestürzten Gebäuden. Im türkischen Nachrichtensender TRT war zu sehen, wie Rettungskräfte, Polizisten und Einwohner versuchten, sich mit Hilfe von Kettensägen und per Hand Zugang zu möglichen Verschütteten in einem komplett zerstörten siebenstöckigen Wohngebäude zu verschaffen.

Laut CNN-Türk konnte eine junge Frau aus den Trümmern eines anderen Hauses geborgen werden. TRT berichtete von zwei Geretteten aus einem weiteren mehrstöckigen Gebäude.

Auf Samos stiegen Staubwolken auf, etliche Gebäude seien beschädigt, berichtete das griechische Staatsfernsehen. Zwei 17 Jahre alte Jugendliche wurden dort nur noch tot geborgen. Griechischen Medienberichten zufolge waren das Mädchen und der Junge in der Kleinstadt Vathy nach der Schule zu Fuß auf dem Weg nach Hause, als wegen des Bebens in einer engen Gasse Hauswände einstürzten.

Zuvor hatten griechische Behörden von acht Verletzten berichtet, die nach dem Erdbeben ins Krankenhaus der Insel gebracht worden waren. Über weitere Verletzte oder Tote herrscht noch Unklarheit.

Tsunami überflutet Straßen

Außerdem herrsche Angst vor einem Tsunami, weil das Wasser nach dem Beben über die Hafenmauer über die Straßen rann. Das Deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam berechnete, die Wellen könnten Höhen von mehr als anderthalb Metern erreichen und könnten an der Küste womöglich bis zu drei Meter hoch auflaufen.

Entsprechende Überflutungen zeigte der Sender TRT aus der Stadt Seferihisar in der Provinz Izmir. Das Beben konnte sogar in der griechischen Hauptstadt Athen gespürt werden.

Der türkische Nachrichtensender TRT zeigte zudem Bilder von einem eingestürzten Gebäude in Izmir und berichtete von Panik auf den Straßen während des Bebens. Telefonverbindungen seien unterbrochen gewesen. Auf Fernsehbildern waren größere Staubwolken zu sehen, die über der Stadt hingen. Das Beben hat sich Anadolu zufolge um 14:51 Uhr Ortszeit (12:51 Uhr MEZ) zugetragen.

Hilfsangebote der EU und der NATO

Die Europäische Union will der Türkei und Griechenland helfen. "Ich bin in Gedanken bei allen, die betroffen sind", schrieb EU-Ratschef Charles Michel am Freitag auf Twitter. "Die EU hält sich bereit, Unterstützung zu leisten."

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg boten Hilfe an. Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis sicherte in einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ebenfalls Hilfe zu. (dpa/AFP/hau)

Teaserbild: © imago images/Depo Photos