Im wärmsten Ort Deutschlands wurden am Dienstag 35,9 Grad gemessen. Dieser Wert könnte am heutigen Mittwoch sogar noch getoppt werden. Erneut warnt der Deutsche Wetterdienst vor extremer Hitze in zahlreichen Regionen.

Am gestrigen Dienstag wurden in Deutschland Rekord-Temperaturen für das Jahr 2018 aufgestellt. Die Nation ächzt unter der Hitze, die Hoch Helmut mit sich bringt.

Heute geht das Schwitzen in den meisten Regionen des Landes weiter: Die Höchsttemperaturen liegen dann zwischen 30 bis 36 Grad.

Vergleichsweise kühl wird es mit 26 bis 29 Grad im höheren Bergland sowie an den Küsten von Nord- und Ostsee, wie es in der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hieß.

Offizielle Warnungen vor extremer Hitze

Wie schon gestern veröffentlichte der DWD zahlreiche offizielle Warnungen. Die Menschen müssen sich auf starke Wärmebelastungen in fast allen Bundesländern einstellen.

Lediglich weite Teile Bayerns, Thüringens und Sachsens bleiben von der ganz großen Hitze-Peitsche ein wenig verschont.

Auf dieser Warn-Grafik können Sie nachvollziehen, ob auch Ihre Heimat betroffen ist. Alle violett markierten Gegenden müssen sich heute besonders auf die sengende Hitze einstellen. Die rosafarbenen Markierungen stehen für UV-Warnungen.

Alle Warnungen im Überblick (Stand 07:52 Uhr):

Alle Warnungen im Überblick.

Bereits die vergangene Nacht in Deutschland war eine tropische. "Es hat sich heute Nacht etwas abgekühlt. Wobei 'abgekühlt' eine kleine Übertreibung ist", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am frühen Mittwochmorgen.

In Hamburg zeigte das Thermometer in der Nacht 23 Grad, im Saarland 22 Grad und in Berlin 20 Grad. "Das ist wirklich viel, wirklich warm", betonte der Sprecher. Dabei war der Himmel vielerorts wolkenlos und sternenklar.

35,9 Grad im niedersächsischen Lingen

Am Dienstag war es besonders in Norddeutschland heiß. "Der absolute Höchstwert des Tages wurde mit 35,9 Grad im niedersächsischen Lingen gemessen", sagte DWD-Meteorologe Florian Engelmann am Abend. "Das war dort der bisher wärmste Tag des Jahres."

Der Flughafen von Hannover wurde mitten in der Urlaubszeit am Dienstagabend wegen Hitzeschäden auf der Start- und Landebahn gesperrt.

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Den Angaben eines Flughafensprechers zufolge waren von der Sperrung 41 Abflüge und 44 Landungen betroffen.

Auf Platz zwei der heißesten Orte am Dienstag schaffte es dem DWD zufolge Barsinghausen-Hohenbostel in der Region Hannover.

Dort wurden 35,6 Grad gemessen. Marginal kühler war es in Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt: Mit 35,1 Grad schaffte es die Kreisstadt auf Rang drei.

"Für den nördlichen Teil Deutschlands war es damit einer der heißesten Tage des Jahres", sagte Engelmann. In Bayern und Baden-Württemberg hingegen schwitzten die Menschen etwas weniger. "Dort wurden nur um die 27 Grad gemessen, da gab es in diesem Jahr schon heißere Tage."

Warnungen sollten ernst genommen werden

Was aktuell noch als ungewöhnlich warmer Sommer gilt, könnte nach Einschätzung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in rund 30 Jahren ein ganz normaler Durchschnittssommer sein.

Hammer-Temperaturen kommen auf Deutschland zu - so bleiben Sie cool.

"In Deutschland hat die Temperatur seit der industriellen Revolution im Durchschnitt schon 1,4 Grad zugenommen", sagte PIK-Klimafolgenforscher Fred Hattermann. Wegen der höheren Grundtemperatur seien Hitzephasen noch extremer.

Riesige Waldbrände wie derzeit in Griechenland und Schweden sind in Deutschland nach Einschätzung von Behörden und Feuerwehr jedoch sehr unwahrscheinlich.

Es gebe viele Maßnahmen zum Schutz und zur Beobachtung der Wälder, sagten Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, und Astrid Uhlmann, Leiterin des Referats Wald und Holz bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, der Deutschen Presse-Agentur.

Der DWD-Medizin-Meteorologe Andreas Matzarakis riet in einem Beitrag für die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwoch), die aktuellen Hitzewarnungen ernst zu nehmen.

"Wenn Ihr Arbeitgeber Gleitzeit erlaubt, fangen Sie vielleicht schon am frühen Morgen an und gehen mittags nach Hause, um weniger heiße Stunden im Büro zu verbringen."

(fte/dpa)