Hoch "Yvonne" weicht Tief "Vincent", die Rekordhitze im Westen und Südwesten geht über in Gewitter: Nach dem 42,6-Grad-Hitzerekord im niedersächsischen Lingen dürfen Hitzegeplagte am Wochenende auf Abkühlung hoffen. Der Preis dafür sind schwerer Unwetter.

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Nach der extremen Hitze kommen jetzt die extremen Gewitter. An diesem Wochenende soll es gewaltig krachen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von "mehreren größeren Gewitterclustern", die im Laufe des Tages zusammenwachsen könnten.

Laut DWD bringt das Tiefdruckgebiet "Vincent" am Wochenende feuchte und auch etwas kühlere Atlantikluft nach Deutschland.

Zudem werde in mehreren Bundesländern erneut hohe Ozonkonzentrationen erwartet. In Nordrhein-Westfalen soll nach Angaben des Umweltbundesamtes am Samstag die Warnschwelle von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten werden.

Am Sonntag geht die Belastung leicht zurück. Die Meldegrenze (180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) soll aber dennoch überschritten werden. Auch in Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz sollen die Werte an beiden Tagen über der Schwelle liegen.

Bei über 240 Mikrogramm muss nach Angaben des Amtes die Öffentlichkeit gewarnt, bei mehr als 180 informiert werden.

DWD-Meteorologin: "Schauer- und Gewitterrisiko steigt"

"Ab Samstag ist die große Hitzewelle vorbei", erklärte die DWD-Meteorologin Jacqueline Kernn. "Die Temperatur erreicht nur noch zwischen Ems und Oder-Neiße 30 bis 33 Grad, sonst werden 26 bis 29 Grad erwartet, an den Küsten ist es bei auflandigem Wind noch etwas kühler." Am Sonntag werde die 30-Grad-Marke wohl nur noch in der Lausitz erreicht.

"Mit dem Eindringen der feuchten Luft steigt das Schauer- und Gewitterrisiko", warnte Kernn. "Am Samstag besteht in der Südwesthälfte, am Sonntag recht verbreitet ein erhöhtes Unwetterpotenzial." Örtlich könnten in kurzer Zeit bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.

"Da die Böden meist sehr trocken sind, können sie das Wasser nicht aufnehmen, und es kann zu Überflutungen kommen", fügte die Meteorologin hinzu.

Auch Hagel und Sturmböen bis hin zu schweren Sturmböen seien wahrscheinlich. Im Süden werde den Gewittern länger anhaltender Regen folgen, dort könnten am Sonntag "teils erhebliche Regenmengen" niedergehen.

So wird das Wetter in den kommenden Tagen

Samstag: 26 bis 34 Grad; im Süden, Westen und Teilen der Mitte kräftige Schauer und Gewitter, Unwettergefahr durch heftigen Starkregen und Hagel

Sonntag: 21 bis 27 Grad an der Ostsee, sonst 25 bis 32 Grad; im Süden weiter Unwetterpotenzial, gebietsweise Schauer und Gewitter; der Norden bleibt überwiegend niederschlagsfrei

Montag: 23 bis 28 Grad, im Osten örtlich bis 30 Grad; im Norden und Osten bewölkt mit Schauern, teilweise starke Gewitter, vor allem in Ostbayern

Dienstag: 24 bis 31 Grad, an der Küste etwas kühler, insgesamt heiter bis wolkig

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Verwendete Quellen:

  • Deutscher Wetterdienst: Vorhersage für Deutschland
  • Agenturmaterial von dpa und afp
Teaserbild: © picture alliance/Simon Adomat/dpa