In den ersten fünf Monaten des Jahres ist einem Medienbericht zufolge nur ein geringer Teil aller illegal in die Bundesrepublik eingereisten Menschen über die österreichisch-deutsche Grenze ins Land gekommen.

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73 Prozent seien hingegen über andere Grenzen nach Deutschland gelangt, berichtete die "Rheinische Post" (Donnerstag) und berief sich auf eine entsprechende Auflistung der Bundespolizei.

Insgesamt wurden demnach bis Ende Mai unerlaubte Einreisen von 18.024 Menschen festgestellt, auf den Grenzbereich zu Österreich entfielen lediglich 4.935.

Seehofer trifft Kanzler Kurz in Wien

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wollte am Donnerstag beim österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) für den Unions-Kompromiss im Asylstreit werben.

Insbesondere will er die Bereitschaft Wiens ausloten, über Österreich gekommene Migranten aus deutschen Transitzentren zurückzunehmen, die der eigentlich für das Asylverfahren zuständige Staat nicht aufnehmen will.

Laut der Statistik der Bundespolizei seien unter anderem:

  • 2.039 Menschen über die Schweiz,
  • 1.905 über Tschechien und
  • 1.622 über Frankreich nach Deutschland eingereist.
  • 3.747 entsprechende Anzeigen schrieb die Bundespolizei an Flughäfen.

In ihrer gemeinsamen Kritik schienen sich Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und Bundesinnenminister Horst Seehofer zuletzt einig. Doch jetzt machte Kurz am Rande des EU-Gipfels in Brüssel klar, dass die von Seehofer angekündigte massenweise Zurückweisung von Asylbewerbern in die Alpenrepublik für ihn nicht akzeptabel ist. Auch Österreichs Innenminister Herbert Kickl machte in Bezug auf betroffene Flüchtlinge klar: "Wenn sie schon in Deutschland sind, dann werden sie in Deutschland bleiben."

  © dpa