Neuer Ärger für Satiriker Jan Böhmermann. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan legt gegen das Schmähgedicht-Urteil Berufung ein. Das meldet "Spiegel Online".

Der Gerichtsstreit zwischen Jan Böhmermann und dem türkischen Präsidenten Erdogan geht in die nächste Runde. Der Präsident möchte nun auch die letzten sechs Zeilen des Gedichts verbieten lassen.

Das Landgericht Hamburg hatte im Februar bereits die meisten Passagen des "Schmähgedichts" für unzulässig erklärt.

Böhmermann hatte im September 2016 das Gedicht in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" vorgetragen. Darin unterstellte er Erdogan sadistische und perverse Züge.

Diese Aussagen waren laut Böhmermann als Satire von der Kunstfreiheit gedeckt. Dieser Auffassung folge das Gericht nicht.

Besondere Brisanz durch "Majestätsbeleidigung"

Besondere Brisanz erhielt der Fall durch den Paragrafen 103 des Strafgesetzbuches, der "Majestätsbeleidigung" unter Strafe stellt. Erdogan war auf Basis dieses Passus gegen den Fernsehmoderator Jan Böhmermann vorgegangen.

Inzwischen stimmten Bundestag und Bundesrat der Abschaffung zu. Die Majestätsbeleidigung ist in Deutschland endgültig Geschichte - bislang drohten bis zu drei Jahre Gefängnis. (mgb / dpa)