In der syrischen Grenzstadt Kobane liefern sich Kurden und Extremisten der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) seit Wochen heftige Kämpfe. Hunderte Menschen sind in den Gefechten bereits umgekommen, Tausende sind auf der Flucht. Warum ist Kobane für den IS so wichtig?

Die Terrormiliz IS will mit aller Macht die strategisch so wichtige Stadt Kobane erobern. Drei Bezirke im Osten des Ortes sollen derzeit schon unter Kontrolle der Islamisten stehen, dort weht ihre schwarze Flagge. Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) verteidigen ihre Stadt. Um jede Straße werde gekämpft, berichten syrische Menschenrechtsbeobachter. Die internationalen Alliierten gehen in Kobane mit Luftschlägen gegen den IS vor.

Der Kampf um die Schlüsselstadt Kobane findet vor der Haustür der Türkei statt. Die nordsyrische Stadt mit dem arabischen Namen Ain al-Arab liegt direkt an der Grenze. Die dort stationierten türkischen Soldaten, aber auch Zivilisten aus den umliegenden Dörfern können das Geschehen mit dem Fernglas beobachten. Das türkische Militär hat bisher nicht in die Kämpfe im Nachbarland eingegriffen.

IS-Terroristen könnten strategischen Vorteil erringen

Das Umland im Süden, Osten und Westen von Kobane ist bereits in der Gewalt der IS-Terroristen. Fällt ihnen auch die Stadt selbst in ihre Hände, würden die Extremisten einen langen Streifen an der Grenze zur Türkei besetzen. Sie hätten damit eine Verbindung zwischen den bereits von ihnen kontrollierten Gebieten in Aleppo und Rakka in Syrien geschaffen. Zudem würden sie einen ihrer Hauptgegner massiv schwächen.

Die syrischen Kurden würden nicht nur eine Stadt verlieren, sondern auch eine wichtige Bastion im Kampf gegen den IS. Die kurdischen Kämpfer im Irak und Syrien stellen sich seit Monaten den Islamisten entgegen. Erst im vergangenen Jahr hatten die Kurden nach dem Rückzug der syrischen Regierungstruppen Kobane als eine von drei Kantonen gegründet.

Die Furcht vor einem Massaker der mit brutaler Gewalt vorgehenden IS-Extremisten ist groß. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ruft zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kobane auf. Über 180.000 Menschen aus der Umgebung sind bereits vor den heranrückenden Terroristen in die Türkei geflohen.

Mit Material der dpa