Beinahe wäre die Bundesregierung daran zerbrochen, nun haben CDU, CSU und SPD einen Kompromiss gefunden, der wohl auch übermorgen noch Gültigkeit hat: Hans-Georg Maaßen wird Sonderberater im Innenministerium - oder, wie es FDP-Chef Christian Lindner formuliert, "Frühstücksdirektor". Was aber ist ein Frühstücksdirektor?

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Es gibt zwei verschiedene Arten von Frühstücksdirektoren:

Beim einen handelt es sich um eine Person, die von einem Unternehmen oder einer Institution bewusst eingestellte wurde, um eine rein repräsentative Funktion zu erfüllen.

Zu ihren Aufgaben gehört etwa die Teilnahme an Essensterminen – daher der Name – und anderen Events mit Kunden oder Geschäftspartnern. Die entsprechende Person hat keine operativen Befugnisse.

Die zweite Art von Frühstücksdirektor ist weitaus weniger charmant. Gemeint sind damit Personen, die eine Führungsposition innehaben, aber nicht ausfüllen, weil sie nicht die dafür erforderlichen Fähigkeiten oder Befugnisse besitzen.

Was Lindner wohl bei Maaßen meinte

Trotz seiner hohen Position hat der Frühstücksdirektor also keinen nennenswerten Einfluss auf die Unternehmensgeschäfte. Er ist eine Führungskraft ohne Führungskompetenz, die keinerlei Bedeutung für die Funktionsfähigkeit einer Organisation hat.

Man kann wohl davon ausgehen, dass Christian Lindner mit seinem Kommentar zur künftigen Aufgabe von Hans-Georg Maaßens wohl die zweite Art von Frühstücksdirektor gemeint hat - dass der umstrittene Verfassungsschutzpräsident das Innenministerium künftig nach außen repräsentieren soll, ist angesichts der Kontroverse der vergangenen Tage wohl eher unwahrscheinlich.

Welche Rolle Maaßen als "Sonderberater" künftig einnehmen wird, ist noch nicht ganz offensichtlich. In der Erklärung Seehofers vom Sonntagabend heißt es lediglich, er werde den "Rang eines Abteilungsleiters" einnehmen und für "europäische und internationale Aufgaben" zuständig sein. (jwo)

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