Schmuggeln, rauben, erpressen: Mit ihren vielfältigen Einnahmequellen wurde der "Islamische Staat" (IS) zu einer der reichsten Terrororganisationen der Welt. Mehrere Millionen Euro sollen die Dschihadisten am Tag mit dem organisierten Verbrechen einnehmen.

Terror kann ein einträgliches Geschäft sein. Und der IS hat es perfektioniert. Ohne Rücksicht auf Gesetze und Menschenrechte bringen die Extremisten alles in ihre Gewalt, was sich zu Geld machen lässt. Durch ihr erobertes Territorium haben sie Mittel zur Verfügung, die andere Terrororganisationen nicht haben oder hatten. Denn das meiste Geld verdient der Islamische Staat mit Erdöl. Riesige Öl- und Gasvorkommen stehen unter Kontrolle der Dschihadisten, wie die Ölfelder Al-Tanak und Al-Omar im Osten Syriens. Die Rohstoffe liefern sie vor allem über die türkische Grenze illegal ins Ausland, um es dort unter dem Marktpreis zu verscherbeln. Trotzdem streicht der IS nach Schätzung des Pentagons damit rund 1,5 Millionen Euro am Tag ein.

Abgaben, Raubzüge und Spenden

Zudem verlangen die neuen Machthaber in den eroberten Gebieten Abgaben von den dort lebenden Händlern und Geschäftsleuten, was ihnen zusätzlich 6,2 Millionen Euro im Monat einbringen soll. Von Nicht-Muslimen fordern sie eine Sondersteuer. Es gibt auch Berichte, wonach Bankkunden beim Geldabheben zu einer "freiwilligen" Spende für den IS gebeten werden.

Auch mit Raubzügen bereichern sich die IS-Kämpfer. Allein 318 Millionen Euro sollen es bei der Eroberung der Zentralbank in der nordirakischen Stadt Mossul gewesen sein. Hinzu kommen die Einnahmen vom Verkauf der erbeuteten Kunstgegenstände.

Private Spenden von Sympathisanten und Unterstützern aus dem Ausland füllen außerdem die Kasse der Islamisten. In der Kritik stehen Katar und Kuwait, die den Geldfluss dulden sollen. Beide Regierungen bestreiten dies.

Aufgrund ihrer breit aufgestellten Finanzierung ist es schwierig, den IS von seinen Einnahmequellen abzuschneiden. "Es ist die am besten finanzierte Gruppe, die wir je gesehen haben", sagte Matthew Levitt, Direktor des Stein-Programms für Terrorismusbekämpfung am Washington Institut für Nahostpolitik, dem amerikanischen Nachrichtensender CNN.

Mit Material der dpa