Im Streit über den Abschuss von Wölfen bleibt die Bundesregierung trotz Kabinettsbeschluss zerstritten. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat erneut ihre Unzufriedenheit über den Kompromiss geäußert.

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Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) äußerte sich erneut unzufrieden über den vom Kabinett am Mittwoch beschlossenen Kompromiss, wonach die Raubtiere künftig leichter abgeschossen werden können, wenn sie Schafe und andere Nutztiere reißen.

Klöckner sagte der "Bild am Sonntag": "Im Interesse der Gesundheit des Menschen und der öffentlichen Sicherheit sollten wir weiter eine regulierende Bestandskontrolle, die Wolfsrissen vorbeugt, als Ziel haben."

Das gibt der von der Ministerriege gebilligte Gesetzentwurf von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) aber nicht her.

Klöckner: "Artenschutz hat Grenzen"

Klöckner sagte der Zeitung, die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland sei ein Erfolg des Artenschutzes. "Er hat aber Grenzen dort, wo das Leben anderer bedroht ist."

Einen bestätigten Angriff eines Wolfs auf einen Menschen in Deutschland gab es seit der Rückkehr der Tiere nicht. Der politische Druck bei dem Thema vor allem in Ost- und Norddeutschland ist dennoch gewaltig, das Thema spielt auch im Wahlkampf eine große Rolle.

Klöckner setzt darauf, dass der Gesetzentwurf im Bundestag noch in ihrem Sinn geändert wird, denn am Ende müssen die Abgeordneten entscheiden. (jwo/dpa)  © dpa

Seit rund 20 Jahren ist der Wolf zurück in Deutschland, aber wie man mit ihm Leben soll, ist heftig umstritten. Die Bundesregierung hat sich nun darauf geeinigt, in bestimmten Fällen den Abschuss zu erleichtern. Wie kommt das an?